ZURÜCK

PK Festival Barock- und Passionsmusik

06
Mar

Zum Auftakt stimmen zwei österreichische Ensembles auf die prächtige Barockmusik ein: Ars Antiqua Austria stellt die Kirchensonaten des italienischen Violinvirtuosen Lonati ins Zentrum, das Ensemble Delirio lädt ein auf eine Reise von Wien über Prag bis zur Hansestadt Lübeck. Jahresregent Georg Philipp Telemann wird mit Auszügen aus seinem Hauptwerk, der Tafelmusik, gewürdigt. Im Rahmen des Festivals hören Sie die Uraufführung der Passion des oberösterreichischen Komponisten Peter Androsch, gefolgt von zwei ausgewählten Stabat Mater von Logroscino und Pergolesi. Den fulminanten Abschluss stellt Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion dar, die in hochkarätiger Besetzung mit Marc Minkowski auf dem Programm steht.

Veranstaltungsübersicht

Musica Caesarea
Ars Antiqua Austria
Gunar Letzbor
13.03.2017 / 19:30 Uhr / Mittlerer Saal / Brucknerhaus Linz


Als Carlo Ambrogio Lonati, eine schillernde Persönlichkeit der Violinszene Italiens, Kaiser Leopold I. seine Kirchensonatensammlung widmete, hatte er Heinrich Ignaz Franz Bibers Virtuosität vor Augen. Lonatis Kirchensonaten bestechen durch die virtuose Beherrschung des polyphonen Violinspiels, das sicherlich auch Johann Sebastian Bach als Vorbild für seine Solosonaten für Violine diente. Den technischen und musikalischen Anforderungen an die Musiker sind hier keine Grenzen gesetzt, Lonati erzielt höchst virtuose Abschnitte mit tollen Spezialeffekten und eine begeisternde Wirkung bei seinen ZuhörerInnen.
Gunar Letzbor Violinen / Hubert Hoffmann Theorbe / Peter Trefflinger Bass de viol / Erich Traxler Orgel

Gunar Letzbor ist Leiter und Primgeiger des Linzer Ensembles Ars Antiqua Austria mit seinem spezifisch österreichischen Barockstreicherklang, das 1995 von ihm mitbegründet wurde. Seit 2008 gestaltet er mit Ars Antiqua Austria einen eigenen Konzertzyklus im Brucknerhaus. Die CD-Aufnahmen des Ensembles wurden mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Diapason d’or und zuletzt mit dem Cannes Classical Award („Capricci Armonici“ von G. B. Viviani). Letzbor gilt als (Wieder-) Entdecker, der mit zahlreichen Ersteinspielungen von Violinsonaten Aufsehen erregte.

Programm

Carlo Ambrogio Lonati - Der Biber aus Rom
Sonate da chiesa

Sonata 1 D Dur
Largo, Sostenuto, Largo, Presto

Sonata 2 g-moll
Adagio-(Presto)-Largo-Presto-Largo, Spiritoso, Sostenuto, Presto, Giga (Vivace)

Sonata 3 d-moll
Largo-Presto-Largo, Spiritoso-Sostenuto, Largo, Presto, Giga

-- Pause --

Sonata 5 e-moll
Largo-Allegro-Largo, Vivace, Largo, Spiritoso, Allegro

Sonata 6 a-moll (scordato: a,e,a,e)
Largo-Spiritoso-Largo, Spiritoso, Adagio, Allegro, Allegro-Variato

Barocke Meister aus dem deutschsprachigen Raum
Wien – Prag – Leipzig – Lübeck
16.03.2017 / 19:30 Uhr / Mittlerer Saal / Brucknerhaus Linz

    
Die vier Musiker des Ensembles Delirio sind gefragte Solisten, Dozenten sowie Konzertmeister und Stimmführer in führenden Originalklangorchestern. Ihre kammermusikalischen Begegnungen sind aufgrund der vielfältigen Verpflichtungen selten, aber umso explosiver und intensiver, wie der Name „Delirio“ vermuten lässt. Im Brucknerhaus geben sie ihr Debüt mit einem neuen Programm, dessen Repertoire österreichische und norddeutsche Musik umfasst, die Reise führt von Süd nach Nord.
Ensemble Delirio: David Drabek Barockvioline / Pablo de Pedro Barockviola / Philipp Comploi Violine / Jeremy Joseph Cembalo

Programm

Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704): Partia IV (aus Harmonia Artificioso)
Alessandro Poglietti († 1683): Toccata fatta sopra l’assedio di Filippsburgo
Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680): Sonata á 2
Jan Ignác František Vojta (* vor 1660; † vor 1725): Suite „Parthia amabilis“
Samuel Scheidt (1587-1654): Fantasia á 3
Dietrich Buxtehude (1637-1707): Sonate á 2, BuxWV 267
David Petersen (1650-1737): Sonata IV aus Speelstukken
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Gambensonate in G-Dur, BWV 1027 (transkribiert als Triosonate)

midi.music
Johann Sebastian Bach in Berlin:
Das königliche Thema
19.03.2017 / 11:00, 15:30 Uhr / Großer Saal / Brucknerhaus Linz


Johann Sebastian Bach war einer der größten Komponisten aller Zeiten und ein hervorragender Organist und Cembalist. Als er seinen neugeborenen Enkelsohn in Berlin besuchte, kam es zu einer interessanten Begegnung mit dem hochmusikalischen König Friedrich dem Großen. Der König erfand immer neue Herausforderungen für Bach, er musste alle im Schloss vorhandenen Instrumente spielen und der König selbst spielte ihm ein kompliziertes Thema auf der Flöte vor, über das Bach improvisieren musste. Doch konnte er die schwierigste Aufgabe einer sechsstimmigen Fuge über das königliche Thema lösen? Im Konzert lernen die Kinder Originalklanginstrumente wie Cembalo, Traversflöte, Barockvioline und Barockcello kennen.
Chris Pichler Erzählerin / Charles Brink Traversflöte / Capella Lentiensis auf historischen Instrumenten / Bernhard Prammer Cembalo, Leitung

Werke von Johann Sebastian Bach, Friedrich II . von Preußen, Johann Joachim Quantz, Carl Philipp Emanuel Bach

„Tafeln mit Telemann“
Höhepunkte höfischer Tafelmusik
21.03.2017 / 19:30 Uhr / Mittlerer Saal / Brucknerhaus Linz


Georg Philipp Telemann liegt dem jungen Barockensemble L’Accademia Giocosa sehr am Herzen, die erste CD des Kammerorchesters wurde umgehend mit dem Diapason d’or ausgezeichnet. Den 250. Todestag des Komponisten nehmen die MusikerInnen aus München zum Anlass, sein bekanntestes Werk, die Tafelmusik, zu würdigen – gleichsam der Höhepunkt der höfischen Tafelmusik. Die musikalische Leitung übernimmt Stefano Barneschi, der auf den bedeutendsten Bühnen der Welt konzertiert, u. a. als Konzertmeister von Il Giardino Armonico.
L’Accademia Giocosa / Stefano Barneschi Violine, Leitung / Wolfgang Gaisböck Trompete

Programm

Georg Philipp Telemann: Auszüge aus Tafelmusik
Giovanni Mossi: Konzert g-Moll für 4 Violinen, Streicher und Basso continuo, op. 4 Nr. 12
Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur BWV 1047

Peter Androsch: Passion (Uraufführung)
Ein Auftragswerk des Brucknerhauses Linz
22.03.2017 / 19:30 Uhr / Mittlerer Saal / Brucknerhaus Linz


Die Passion als musikalische Gattung ist tief in der Kirchenmusik verankert und hat über Jahrhunderte eine große Anzahl von Komponisten herausgefordert. Selbst führende zeitgenössische Komponisten schrieben zuletzt Passionen oder Passions-Annäherungen wie Sofia Gubaidulina, Wolfgang Rihm und Tan Dun. Die Vielfältigkeit der Perspektiven und Zugänge zur Leidensgeschichte Jesu wird Peter Androsch durch seine neue Komposition erweitern. Sein Werk ist eine Auftragskomposition des Brucknerhauses Linz und lässt apokryphe und kanonische Texte zusammenfließen. Peter Androsch wurde 1963 in Wels geboren, als Komponist ist er seit den 1990er-Jahren vielfältig tätig.
Christa Ratzenböck Mezzosopran (Evangelist) / Robert Holzer Bass (Jesus) / Katerina Beranova Sopran (Frau) / Ensemble und Chor für Zeitgenössische Musik der Anton Bruckner Privatuniversität / Thomas Kerbl Dirigent

Ausstellung
Phonographien von Peter Androsch
Ausstellungseröffnung: 22.03.2017 / 18:00 Uhr / Mittleres Foyer / Brucknerhaus Linz
Ausstellungsdauer: 13.03.2017 bis 09.04.2017
Besichtigung: jeweils eine Stunde vor den Vorstellungen im Haus


Phonographien – wie Peter Androsch seine Klang- Schreibungen nennt – entstehen durch Schichtung von Noten- respektive Partiturmanuskripten oder Manuskript-Teilen zu mehr oder weniger dichten Schriftlandschaften. Ursprünglich dienten die eigenen Partituren als Basis der Bildproduktion. Doch seit einiger Zeit entstehen die Klangbilder auch nach Handschriften anderer Komponisten und Künstler. So entstehen Lithographien, Serigraphien (Siebdrucke) und fallweise Digitaldrucke in verschiedenen Formaten und Variationen nach Androsch, Bruckner, Mozart, Schönberg, Wagner und vielen anderen. Zunehmend ergeben sich auch Schriftcollagen von anderen historischen Handschriften, aus dem Bewusstsein heraus, dass jede Schrift als „Klang“-Schrift betrachtet werden kann. Zentrum des Interesses ist die Handschrift als eine der persönlichsten Äußerungen des Menschen. Und das Persönliche führt in die Welt des Klangs, denn „personare“ heißt auf Latein „durchklingen“.

Stabat Mater
28.03.2017 / 19:30 Uhr / Mittlerer Saal / Brucknerhaus Linz


Der Schmerz der Mutter Jesu über die Kreuzigung des Sohnes wurde zunächst in einem mittelalterlichen Gedicht (Stabat mater dolorosa) beschrieben, dessen Autorenschaft nicht geklärt ist. Aus den zahlreichen Vertonungen des Stabat Mater hat das Collegium Wartberg Pergolesis Werk ausgewählt, eine der bedeutendsten Kompositionen des 18. Jahrhunderts und bis heute sehr beliebt. Weitaus weniger bekannt ist das Werk von Nicola Bonifacio Logroscino (1698 bis ca. 1765), dessen Wiederentdeckung sich unbedingt lohnt. Das fabelhafte Solistenduett wird begleitet von hervorragenden Vertretern der historischen Aufführungspraxis aus Österreich und der Slowakei in solistischer Besetzung.
Maria Erlacher Sopran / Markus Forster Altus / Collegium Wartberg auf Originalinstrumenten / Fritz Kircher, Florian Hasenburger Violine / Wolfram Fortin Viola / Jan Prievoznik Kontrabass / Marek Čermák Cembalo, Orgel / Ján Krigovský Violone, Kontrabass, Künstlerische Leitung

Programm


Nicola Bonifacio Logroscino: Stabat Mater
Giovanni Battista Pergolesi: Stabat Mater

Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion
Les Musiciens du Louvre
Marc Minkowski Dirigent
04.04.2017 / 19:30 Uhr / Großer Saal / Brucknerhaus Linz


Marc Minkowski setzt Maßstäbe in der historischen Aufführungspraxis und Les Musiciens du Louvre haben sich als eines der renommiertesten Originalklangorchester etabliert. War das Repertoire des Orchesters anfangs vor allem im Barock verortet, wurde es später um Mozart, Haydn und Schubert erweitert und reicht mittlerweile bis zu Richard Wagner. Minkowski ist international auch als Operndirigent sehr gefragt. Er ist künstlerischer Leiter der Salzburger Mozartwoche und ab 2017 Direktor der Opéra National de Bordeaux. Bachs Ideal entsprechend besetzt er die Johannes-Passion solistisch mit einem erlesenen Solistenensemble.
Für Sie unterwegs: der Kulturshuttle.
Les Musiciens du Louvre / Marc Minkowski Dirigent / Ditte Andersen Sopran / Hannah Husahr Sopran / Owen Willetts Alt / Alessandra Visentin Alt / Fabio Trümpy Tenor / Valerio Contaldo Tenor / Stéphane Degout Bariton / Yorck Felix Speer Bass

Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion BWV 245
 

Fotodownload