Brucknerhaus Linz Titeltext-Grafik
Donnerstag, 4.3.2010, 19:30, Brucknerhaus - Großer Saal
Kammermusik
Das Karussell
Gilles Apap Violine
 
A. Vivaldi: Die vier Jahreszeiten
A. Dvorák: Serenade in E-Dur op.22
Party on Stage

Alles dreht sich um Musik, alles bewegt sich im Karussell. Grenzen werden aufgebrochen, Konventionelles wird verschoben. Das Karussell ist ein Ensemble mit ständig wechselnden Besetzungen, aber gleich bleibenden MusikerInnen. Da kann es schon passieren, dass der Cellist zum Akkordeon greift, oder ein Geiger zum Jazzer wird.

Mit dem Star-Violinisten Gilles Apap als Gast, präsentieren sie Werke von A. Dvorák und A. Vivaldi sowie musikalische Überraschungen.



Yehudi Menuhin bezeichnete Gilles Apap einst als "den wahren Geiger des 21. Jahrhunderts", er selbst übt sich viel mehr in Understatement, doch wer das künstlerische Schaffen von Gilles Apap verfolgt, erlebt einen der gefragtesten und spannendsten Geiger unserer Zeit. Daß ihm dabei seine besondere Fähigkeit, die unterschiedlichsten musikalischen Stile mit größter Selbstverständlichkeit zu einem homogenen Ganzen zu verbinden, eine herausragende Stellung im Musikbusiness verleiht, scheint den im algerischen Bougie geborenen Musiker wenig zu beeindrucken.

1985 wurde Yehudi Menuhin auf das außergewöhnliche Talent von Gilles Apap aufmerksam. Damals gewann der junge Geiger den Contemporary Music Preis bei eben jenem renommierten Violinwettbewerb, der den Namen der Geigenlegende trägt. Von da an gehörte der aufstrebende Musiker zur Elite der jungen Violinisten. Zwar studierte der zuerst in Nizza und Lyon ausgebildete Apap zu dieser Zeit noch am Curtis Institute of Music in Philadelphia, doch in Menuhin fand er einen unvergleichlichen Förderer und schon bald standen renommierte Dirigenten und Orchester Schlange. Der Beginn einer wunderbaren Karriere im klassischen Bereich – der Gilles Apap allerdings rasch ein Ende setzte. Um den Zwängen des internationalen Musikgeschäfts zu entfliehen, zog er sich weitestgehend von einer Solistenlaufbahn zurück. Seiner Überzeugung – "Alle Musik ist gleich geschaffen" – folgend, fand Apap einen Weg abseits der üblichen Entwicklung hin zu seiner ureigensten Freude am Musizieren und an der musikalischen Vielfältigkeit unserer Zeit. Tommy Jarrell aus den Blue Ridge Mountains, der Ire Kevin Burke, Bill Monroe, Vater des Bluegrass Styles, und der Cajun-Fiddler Dennis McGee aus dem französisch gefärbten Louisiana wurden zu weiteren, neuen musikalischen Ziehvätern. Und so zählt zu seinem Repertoire neben der klassischen Geigenliteratur aus allen Epochen auch traditionelle Fiddel- und Folkmusik aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Doch es ist bei ihm kein einfaches Wechseln in ein anderes Genre oder eine Form des Cross-over, denn das wäre nichts Neues oder Besonderes. Was Gilles Apap auszeichnet, ist sein außergewöhnliches Gespür, diese musikalischen Welten fließend und bruchlos miteinander zu verbinden und das Publikum so in den Genuss eines völlig neuen Hörerlebnisses kommen zu lassen. Und wenn er sich mit den Musikern seiner vor zehn Jahren gegründeten Formation "The Colours of Invention" an Vivaldis "Vier Jahreszeiten" wagt, dann wird so mancher, der glaubte, dieses Werk zu kennen, eines Besseren belehrt. Dabei fasziniert Apap Publikum und Kritik mit einer konzentrierten Ernsthaftigkeit und einer gleichzeitigen Leichtigkeit und Freude am Musizieren. Kongeniale Partner für sein Linzer Gastspiel findet Gilles Apap in den Musikern des hierzulande hinlänglich bekannten Ensemble Karussell, denn die Damen und Herren dieser Formation haben sich auf die Fahnen geschrieben, Konventionelles zu verschieben, Grenzen aufzubrechen und musikalische Offenheit zu leben. Dass sich das Karussell auch unter der Leitung des heute in Kalifornien lebenden Stargeigers (allerdings ohne entsprechende Allüren) zu drehen weiß, hat man ja schon im letzten Jahr bewiesen und auch in dieser Saison heißt es wieder: Die ernsten Klassikmienen und nachdenklichen Stirnfalten zu Hause gelassen, die Ohren weit aufgemacht – Gilles Apap is in town.

Bei diesem Konzert für Sie unterwegs: Kultur-Shuttlebus
Preis Euro: 34,– / 30,– / 22,– / 17,– //Jugendkarte 10,–

 
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