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Donnerstag, 5.11.2009, 19:30, Brucknerhaus - Großer Saal
Stimmen
Masters of Vocalese
The Manhattan Transfer
 
Zugegeben, selbst eingefleischten Liebhabern klassischer Musik setzt der Name The Manhattan Transfer ein breites Grinsen ins Gesicht, lässt mit den Fingern schnipsen und mit so manchen Körperteilen swingen. Und so ergeht es weltweit unzähligen Menschen unterschiedlichsten Alters und unterschiedlichsten kulturellen Backgrounds, die allesamt vom US-amerikanischen Vokalquartett begeistert werden. Ein Phänomen, das, hört man die Musik, mehr als verständlich ist.

Mittlerweile hat das 1972 in New York gegründete A-cappella-Quartett Musikgeschichte geschrieben und steht als eine der erfolgreichsten Formationen der Gegenwart nach mehr als 35 Jahren Bühnen- und Studioarbeit noch immer an der Spitze des Vocal-Jazz. Das mag sicherlich daher rühren, dass die Erfolgsgeschichte des Ensembles keineswegs, wie heute oft zu finden, von einem Tag auf den anderen geschrieben wurde, sondern viele Jahre harter Arbeit und Feilen am typischen Manhattan-Transfer-Sound hinter Cheryl Bentyne (Sopran), Janis Siegel (Alt), Alan Paul (Tenor) und Tim Hauser (Bass) liegen.

Hauser war es auch, der die Sache Anfang der Siebziger ins Rollen brachte: Bei seinem Nebenberuf als Taxifahrer lernte er die Sopranistin Laurel Massé kennen, ihr Lebensgefährte wiederum empfahl Alan Paul, der damals zum Originalensemble von Grease gehörte. Durch einen befreundeten Musiker traf Hauser schließlich auf Janis Siegel, die zu dieser Zeit gerade mit der Gruppe Laurel Canyon tourte ­– The Manhattan Transfer war geboren und konnte sich erstaunlich rasch einen guten Ruf in der Szene verschaffen. Schon zwei Jahre nach Gründung berichteten die amerikanischen Medien begeistert über die Shows der vier Gesangskünstler, bereits 1975 brachten sie ihr Debütalbum Manhattan Transfer, zugleich der erste Top-20-Hit in den USA, und eine eigene TV-Show auf den Markt. Schließlich bewirkten ihr unverwechselbarer Klang und die beiden folgenden Alben auch den Durchbruch in Europa. 1978 dann ein Rückschlag, als Laurel Massé nach einem Autounfall die Formation verlassen musste, mit Cheryl Bentyne fand man im darauffolgenden Jahr aber einen "Ersatz", der wunderbar in das klangliche Gefüge des Ensembles passte. In neuer Besetzung machten sich The Manhattan Transfer sogleich an die Arbeit an einem neuen Album, "Extensions" wurde schließlich zu einem der erfolgreichsten. Nicht nur, dass sie dafür ihre ersten beiden Grammys verliehen bekamen, die Platte enthält auch eine Vocalversion von Birdland, einem Weather-Report-Klassiker, der bis heute so etwas wie die Erkennungsmelodie von "The Manhattan Transfer" ist.

Der Namen der Formation geht einerseits auf den 1925 erschienenen Roman Manhattan Transfer von John Dos Passos, andererseits auf die frühere Beschäftigung Tim Hausers als Taxilenker und die damit verbundene Gründung der Gruppe zurück. Ihre musikalischen Anregungen finden die vier Musiker in den unterschiedlichsten Stilen aus Pop und Jazz. So ist es auch nicht verwunderlich, dass The Manhattan Transfer 1981 die erste Formation war, die für ein Album den Grammy in beiden Kategorien gleichzeitig erhielt. Und auch heute, nach Millionen von verkauften Platten (darunter auch einige Solo-Projekte der Künstler), denkt keiner von ihnen ans Aufhören: Erst im September dieses Jahres erschien ihr letztes Album The Chick Corea Songbook, mit dem The Manhattan Transfer nun sein 40-jähriges Bestehen feiert (Hauser hatte bereits 1969 eine Formation gleichen Namens). Doch diese vier Jahrzehnte scheinen keinerlei Spuren hinterlassen zu haben, immer noch klingt die Musik unverwechselbar, mitreißend und kein bisschen angestaubt.

Anfang der 70er-Jahre gegründet, spielte sich die Band zunächst in den New Yorker Clubs, vor allem in Greenwich Village, in die Herzen der Musikbegeisterten. 1975 erschien das erste Album The Manhattan Transfer beim renommierten RnB-Label Atlantic Records. Mit ihrem Mix aus Jazz, RnB, Doo-Wop, Brazilian, Rock n Roll und Swing verkauften sie Millionen von Tonträgern und erspielten sich unzählige Preise und Auszeichnungen. Dank ihrer Vielseitigkeit machte es Manhattan Transfer den Musikkritikern stets schwer, sie in eine musikalische Schublade einzuordnen. Auf ihren Alben wirken namhafte Künstler wie Phil Collins, Bette Midler, Chaka Khan und B. B. King mit.

Stimmen - Modern

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