
SEPTEMBER 2007
"Klassisch Anders" das Brucknerfest 2007
Brucknerfest „Klassisch anders“ am Dienstag, 11. September 2007, Brucknerhaus - Anklang Bildmaterial |
Gesprächspartner: Wolfgang Winkler Künstlerischer Leiter der LIVA Ing. Mag. Wolfgang Lehner Kaufmännische Leiter der LIVA Matthias Giesen Kurator Orgelkonzerte Werner Ponesch Posthof Linz /Yellow Hands /Nanine Linning Irene Suchy Ö1, Musikwissenschafterin /Fuché Fragmente Gotthard Wagner sunnseitn /Orgelreise Präsentation der Brucknerhaus Augarten Porzellan Edition Sie finden die gesamte Pressemappe und Bildmaterial auch digital unter: www.brucknerhaus.at Brucknerfest 2007 „Klassisch anders“ 16. bis 30. September 2007 „Klassisch anders“ präsentiert sich das Programm des Musikfestivals renommierter, internationaler KünstlerInnen von 16. bis 30. September 2007. Von der Klassik über Oper und Orgel bis zum Jazz reicht das vielseitige Repertoire des Linzer Musikfestivals. Die großartige Jazzsängerin Sheila Jordan – letzte noch lebende Jazzdiva aus der Ära des Bebop - ist mit dem Roma Jazz Ensemble zu Gast. Renommierte DirigentInnen im diesjährigen Brucknerfest sind Riccardo Chailly, Kent Nagano, Semyon Bychkov, Heinrich Schiff und Karen Kamensek. International erfolgreiche Künstler wie Martin Stadtfeld und Ilya Gringolts werden die Kammermusik gemeinsam mit dem Kodály-Quartett vertreten. Die Götterdämmerung als letzter Teil des Ring des Nibelungen unter der Leitung von Peter Schneider bietet Opernfreunden wieder eine international bekannte Besetzung. Die Orgelkonzerte mit Kurator Michael Giesen beleuchten eine andere Facette des großen oberösterreichischen Komponisten Anton Bruckner. Orgelkonzerte und eine Orgelreise auf den Spuren Anton Bruckners, veranstaltet mit dem Kulturverein „sunnseitn“ ergänzen das Orgelprogramm des Brucknerfests. Kulturbeiträge von Posthof, Ars Electronica, VEST Traun, Landestheater Zwei Produktionen im Posthof, das Multimedia-Spektakel „Yellow Hands“ und Tanz im Posthof mit Nanine Linning Company „Bacon“ ergänzen das Musikfestival in Linz. Die Teilnahme der VEST Traun mit dem „Frauenorchester von Auschwitz“, ein Konzert mit Lesung und Dokumentarfilm, sowie der September-Spielplan des Landestheaters tragen das ihre für ein vielfältiges Kulturangebot im September in und rundum Linz bei. Feierliche Eröffnung auf Einladung Sonntag, 16. September 2007, Brucknerhaus, Großer Saal, 10.30 Uhr Bruckner Orchester Linz, Ingo Ingensan Dirigent Johanna Doderer, Auftragskomposition Konrad Paul Liessmann, Festredner Feierliche Eröffnung - Auftragswerk und Festredner Traditionell wird für die Eröffnung des Brucknerfestes ein Auftragswerk des Brucknerhauses vergeben. In diesem Jahr wird die Vorarlberger Komponistin Johanna Doderer das Auftragswerk verfassen. Sie avancierte in den letzten Jahren zu einem fixen Bestandteil der zeitgenössischen Musikszene. Ihr derzeitiges Werk umfasst den Bereich von Kammermusik über Orchesterwerke bis hin zu Opern, wo sie für die Zukunft einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit sieht. Zuletzt wurde im September 2006 ihre zweite Oper „Strom“ im Museumsquartier Wien erfolgreich uraufgeführt. Am 27. September 2006 war sie mit einem neuen Auftragswerk „Für Akkordeon und Streicher 1“ beim internationalen Festival Klangspuren in Schwaz vertreten. Ihr neues Werk wird am 16. September vom Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Ingo Ingensand erklingen. Konrad Paul Liessmann ist der Festredner des heurigen Brucknerfestes. Der 1953 in Villach geborene Kulturpublizist, Literaturkritiker und Essayist studierte Ger-manistik, Geschichte und Philosophie in Wien und ist seit 1996 wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech und Herausgeber der gleichnamigen Buchreihe. Er verfasste wichtige Publikationen zu Fragen der Ästhetik, Kunst- und Kulturphilo-sophie, Gesellschafts- und Medientheorie sowie zur Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts. Seine gesprochenen Beiträge der Ö1-Hörfunkreihe beschäftigen sich mit dem Thema „Denken und Leben“. Im Jänner 2007 wurde Liessmann mit dem Titel „Wissenschaftler des Jahres 2006“ aus-gezeichnet. Eine weitere Auszeichnung war u.a. 1996 der „Österreichische Staatspreis für Kulturpublizistik“. Sonntag, 16. September 2007, Brucknerhaus, Großer Saal, 19.00 Uhr Gewandhausorchester Leipzig, Riccardo Chailly Dirigent Frank-Michael Erben, Violine, Bernd Glemser, Klavier Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzert für Violine, Klavier und Streichorchester d-Moll Anton Bruckner: Symphonie Nr. 2 c-Moll WAB 102 (1. Fassung 1872) 20.00 Uhr Live-Übertragung in den Donaupark Eröffnungskonzert verbunden mit der Klassischen Linzer Klangwolke Das traditionsreiche Gewandhausorchester Leipzig, dessen Wurzeln bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen, eröffnet unter der Leitung seines 19. Kapellmeisters Riccardo Chailly das Brucknerfest 2007. Der Sohn des Komponisten Luciano Chailly ist gebürtiger Mailänder und dirigierte die Berliner und Wiener Philharmoniker, das Gewandhausorchester, das London Symphony Orchestra, das Royal Philharmonic Orchestra, die New Yorker Philharmoniker, das Cleveland Orchestra, das Philadelphia Orchestra und das Chicago Symphony Orchestra. Er trat an den wichtigsten Opernhäusern in der ganzen Welt auf: Mailänder Scala, Wiener Staatsoper, Metropolitan Opera New York, Royal Opera Covent Garden London, Bayerische Staatsoper München und Opernhaus Zürich. Die Solisten sind der Violinist Frank-Michael Erben, Konzertmeister des Gewandhaus-orchesters, und der Pianist Bernd Glemser, gern gesehener Gast renommierter Festivals. Bruckners 2. Symphonie durch- und überlebte einige Überarbeitungen. Eine schwere Zeit für den Komponisten. Felix Mendelssohn Bartholdy galt als Wunderkind, bereits in jungen Jahren komponierte er das Konzert für Violine, Klavier und Orchester. Der zweite Teil des Eröffnungskonzertes, Bruckners 2. Symphonie, wird für Tausende BesucherInnen live in Bild und Ton vom Großen Saal des Brucknerhauses in den Donaupark Linz als Klassische Linzer Klangwolke übertragen. Orgelkonzerte und Internationaler Anton-Bruckner-Orgelwettbewerb Traditionell präsentieren nationale und internationale Organisten ihr Können. Organisten aus den Niederlanden, Österreich und Schweden sind zu Gast. Zur selben Zeit findet der Internationale Anton-Bruckner-Orgelwettbewerb statt, dessen Schwerpunkt der Orgelmusik des 20. Jahrhunderts gilt. „In den drei Orgelkonzerten des Brucknerfestes steht heuer die Orgelmusik des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Die Programmgestaltung zeigt die Vielfalt der Richtungen und die stilistische Pluralität mit Kompositionen aus den Jahren zwischen 1900 und heute.“ (Matthias Giesen, Kurator Orgelkonzerte) 1. Orgelkonzert: Mo. 17. September 2007, Neuer Dom Linz, 19.30 Uhr Ben van Oosten (Den Haag/Niederlande) Orgel Werke von Johann Sebastian Bach, Alexandre Boely, Louis Vierne und Charles-Marie Widor Der niederländische Organist Ben van Oosten, Spezialist auf dem Gebiet der symphonischen, französischen Orgelmusik, wird am 17. September seinen Schwerpunkt auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts legen. Zwei „Jahresregenten“ werden gewürdigt: mit Louis Vierne und Charles-Marie Widor sind zwei französische Meister vertreten, die beide heuer ihren 70. Todestag haben. Van Oostens Einspielungen der Werke Viernes wurden mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Er ist Autor der Widor-Biografie Vater der Orgelsymphonie, Titularorganist und künstlerischer Leiter der Internationalen Orgelwochen an der Großen Kirche in Den Haag. 2. Orgelkonzert: Mi. 19. September 2007, Stiftsbasilika St. Florian, 19.30 Uhr Thomas Daniel Schlee Orgel Werke von Charles-Marie Widor, Augustinus Franz Kropfreiter Thomas Daniel Schlee, Jean Langlais Im zweiten Orgelkonzert am 19. September spielt Thomas Daniel Schlee, vormaliger Musikdirektor des Brucknerhauses, neben der großen Sinfonie Romane von Widor Orgelmusik aus Österreich mit eigenen Werken und Passio et resurrectio von Augustinus. Franz Kropfreiter an der Bruckner-Orgel im Stift St. Florian. Den Ausklang dieses Konzertes bilden drei Stücke des französischen Organisten Jean Langlais. 3. Orgelkonzert: Mittwoch, 26. September 2007, Stadtpfarrkirche, 19.30 Uhr Hans-Ola Ericsson (Pitea/Schweden) Orgel Werke von Hans-Ola Ericsson, John Cage, Arnold Schönberg, Olivier Messiaen u. a. Das abschließende Orgelkonzert am 26. September in der Stadtpfarrkirche steht mit einem ganz besonderen Programm im Zeichen einer Gegenüberstellung der ältesten und der neuesten Orgelmusik. Wechselweise spielt der Schwede Hans-Ola Ericsson Werke von Hans Ulrich Steigleder, Don Carlo Gesualdo und aus Robertsbridge Codex (ca. 1330) sowie Werke von Arnold Schönberg, John Cage und Olivier Messiaen. Ein Höhepunkt wird die Aufführung des berühmten Werkes Volumina des am 12. Juni vergangenen Jahres verstorbenen György Ligeti sein. Freitag, 28. September 2007, Stiftsbasilika St. Florian, 17.00 Uhr Preisträgerkonzert Orgelwettbewerb 2007 Der Internationale Anton-Bruckner-Orgelwettbewerb 2007 in Kooperation mit dem Stift St. Florian findet im Zeitraum vom 18.9. bis 28.9.2007 statt. Kontaktadresse Info und Bewerbungen: Stift St. Florian, Mag. Gernot Grammer, 4490 St. Florian Orchesterkonzert Dienstag, 18. September 2007, Stiftsbasilika St. Florian, 19.30 Uhr Bayerisches Staatsorchester, Kent Nagano Dirigent Anton Bruckner: Symphonie Nr. 4 Es-Dur WAB 104 (1. Fassung) Kent Nagano – internationaler Star unter den Dirigenten Kent Nagano zählt zu den herausragenden internationalen Dirigenten. Bereits im Alter von acht Jahren leitete er in seiner Heimat Kalifornien den Kirchenchor. Nagano wurde 1984 international bekannt, als ihn Messiaen auswählte, Seiji Ozawa bei der Vorbereitung zur Premiere seiner einzigen Oper „Saint François d’Assise“ zu assistieren. 1994 gab er sein Debüt an der Metropolitan Opera in New York. Im September 2006 trat Kent Nagano seine neue Position als Bayerischer Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper an. Das Bayerische Staatsorchester kann auf eine lange Tradition zurückblicken, seine Anfänge reichen ins 16. Jahrhundert zurück. In den vielen Jahrhunderten überreichten einander große Meister den Dirigentenstab, so Richard Strauss, Bruno Walter, Clemens Krauss, Georg Solti, Zubin Mehta und nun Kent Nagano. Beim Brucknerfest 2007 präsentiert er gemeinsam mit seinem neuen Orchester in der Stiftsbasilika St. Florian, einem traditionellen Konzertort im Brucknerfest, Anton Bruckners 4. Symphonie in der 1. der vorliegenden drei Fassungen. Diese „romantische“ Symphonie wurde 1881 uraufgeführt und bescherte Bruckner den sehnlichst erhofften Erfolg. Kammermusik Donnerstag, 20. September 2007, Brucknerhaus, Mittlerer Saal, 19.30 Uhr Kodály Quartett Joseph Haydn: Streichquartett D-Dur op. 76 Nr. 5 Hob. III:79 Robert Schumann: Streichquartett Nr. 1 a-Moll op. 41/1 Zoltán Kodály: Streichquartett Nr. 1 op. 2 40. Todestag von Zoltán Kodály Das ungarische Kodály Quartett stellt zum 40. Todestag seines Namensgebers dessen 1. Streichquartett vor. Das Quartett besteht aus den Violionisten Attila FalvayErika Toth, dem Bratschisten Janos Fejervari und dem Cellisten György Eder. Ein Jahr vor Kodálys Tod wurde das Quartett gegründet und widmet sich seither dem umfangreichen Schaffen ungarischer Komponisten. Das Repertoire der an der Budapester Franz-Liszt-Akademie ausgebildeten Mitglieder umfasst Werke von Joseph Haydn und Robert Schumann, die die Hommage an Zoltán Kodály ergänzen. Haydns berühmtes „Quintenquartett“, Teil der dem Grafen Erdödy gewidmeten Quartette, besticht durch seinen bizarren Tonfall. Schumann wagte sich erst als 32-Jähriger an das Genre Streichquartett, das nur drei Werke seines umfangreichen Schaffens umfasst. Widmungsträger war nicht ohne Grund das große Vorbild Felix Mendelssohn Bartholdy, der sich nach der Uraufführung wohlwollend äußerte: „Von Schumann wurden mir drei Violinquartetten vorgespielt, deren erstes mir ganz außerordentlich gefiel.“ Fouché Fragmente nach Otto M. Zykan Freitag, 21. September 2007, ORF Landesstudio OÖ Studio 21, 19.30 Uhr und „Studio 21“ – Musik unserer Zeit Lesetheater mit Erwin Steinhauer, Dieter Suttheimer, Maxi Blaha, Sylvia Fenz u. a.; Walter Haas Viola; Regie: Peter Gruber; Idee: Irene Suchy, Wolfgang Winkler Otto M. Zykan hat kurz vor seinem Tod den Vorschlag einer Fouché-Oper bei der Kulturhauptstadt 2009 eingebracht. Gemeinsam mit Dr. Irene Suchy wird LIVA-Direktor Wolfgang Winkler das Projekt „Fouché-Fragmente“ nach Otto M. Zykan gestalten. Joseph Fouché hatte ein bewegtes Leben – er durch- und überlebte die französische Monarchie, die Revolution, die Herrschaft Robespierres, das napoleonische Kaiserreich und die Restauration der Bourbonen, stets allerhöchste Ämter bekleidend. Linz war eine der letzten Stationen seiner Laufbahn. Als Verbannter – als sogenannter Königsmörder – lebte er ab 1816 in Prag, später mit Metternichs Duldung in Linz. Von dort zog er nach Triest, wo er als reicher Mann starb. Otto M. Zykan, der im Jahr 2006 überraschend verstarb, wollte das Sujet in Form einer Oper darstellen und plante die Fertigstellung für Ende 2008. Neben dem Opernfragment ist ein Hörspiel erhalten geblieben, das im Rahmen des Brucknerfestes zum Leben erweckt wird. Die Teile des Hörspiels, aber auch seine Entstehungsgeschichte beleuchten das letzte – unvollendete – Meisterstück aus der Werkstatt Otto M. Zykans. In Zusammenarbeit mit ORF Oberösterreich. Orgelreise Samstag, 22. September 2007, 10.30 Uhr, Treffpunkt Restaurant Anklang „Auf den Spuren des Improvisators Anton Bruckner - eine Hommage an Bruckners Improvisationskunst“ Mitreisende Musiker: Organisten: Wolfgang Kreuzhuber, Josef Novotny, Heinrich Recknagel, Klaus Sonnleitner, Balduin Sulzer; Jazzer: Johanna und Christofer Varner, Yogo Pausch; Idee, Konzept, Organisation: sunnseitn; Beratung: Gotthard Wagner sunnseitn; Beratung: Wolfgang Kreuzhuber “Ohrgeln — sunnseitn Orgelreise” - eine Reise aufs Land zu Orgeln und in Wirtshäuser auf Anton Bruckners Spuren Bruckners Nachlass und Hauptwerk auf der Orgel sind die zigtausenden Stunden seiner Improvisationen auf verschiedenen Orgeln Österreichs und Europas. Für diesen monumentalen Aspekt seines Schaffens ruft sunnseitn mit dem Brucknerhaus Linz ein neues Konzept ins Leben – die Orgelreise, ein Projekt der sunnseitn-Serie „Das Brucknerhaus geht aufs Land hinaus“. Drei sunnseitn-Reisen mit dem Titel „Auf den Spuren des Landlergeigers Bruckner“ wurden bisher durchgeführt. Sowohl die Geschichte der Improvisation vom 13. Jahrhundert bis heute, als auch das Nachspüren der „Improvisationswut“ Anton Bruckners sind Themen dieser Reise. Eine Welturaufführung von Bruckners Chorwerk „Locus iste“ auf zwei Orgeln im Neuen Dom sowie Nachtimprovisationen auf der Bruckner-Orgel in St. Florian sind Höhepunkte dieser Reise zu sieben Orgeln. Die Orgel im Großen Saal des Brucknerhauses ist Ausgangs- und Endpunkt der Reise. Die Route führt über die original erhaltene Bruckner-Orgel im Alten Dom, die Rudigier-Orgel im Neuen Dom, die große Bruckner-Orgel in St. Florian bis zur Stiftsorgel in Kremsmünster. Während der Dauer von 13 Stunden werden auch vier Wirts- und Kaffeehäuser aufgesucht. Weitere Informationen: www.sunnseitn.org, Verein für Kulturentwicklungsarbeit Konzertante Oper Sonntag, 23. September 2007, Brucknerhaus, Großer Saal, 16.00 Uhr Richard Wagner: Götterdämmerung Bruckner Orchester Linz, Musikalische Leitung: Peter Schneider Konzertvereinigung Linzer und Salzburger Theaterchor Einstudierung: Georg Leopold/Karl Hamper Siegfried: Christian Franz Brünnhilde: Luana de Vol Gunther: Gerd Grochowski Gutrune/3. Norn: Katharina Behnke Hagen: Johann Tilli Alberich: Franz-Josef Kapellmann Waltraute: Hanna Schwarz 1. Norn: Julia Oesch Woglinde: Elisabeth Flechl Wellgunde/2. Norn: Christa Ratzenböck Flosshilde: Annette Jahns Der letzte Teil des Ring des Nibelungen Richard Wagners Götterdämmerung, der entscheidende, letzte Part des Ring des Nibelungen, setzt die Tradition der konzertanten Opernaufführungen im Brucknerfest fort. Der Niedergang der Welt der Götter ist die Konsequenz einer langen Entwicklung: Habgier und Neid, Mord und Totschlag, unglückliche Liebe - und all dies ausgelöst durch einen kleinen Ring, von dem alle Macht ausgeht. Wagner-Experte Peter Schneider steht am Pult des Bruckner Orchesters Linz, ein renommiertes Sängerensemble ist Garant für eine spannende Aufführung. Klavierkonzert Montag, 24. September 2007, Brucknerhaus, Großer Saal, 19.30 Uhr Rudolf Buchbinder Klavier Ludwig van Beethoven: Sonate Nr. 8 c-Moll op. 13 „Pathétique“ Franz Schubert: Vier Impromptus op. 142 D 935 Frèdèric Chopin: Sonate Nr. 3 h-Moll op. 58 Einer der kompetentesten Beethoven-Interpreten Rudolf Buchbinder zählt zu den bekanntesten internationalen Pianisten. Über 100 CD-Einspielungen und zahlreiche Konzerte zeigen sein breites Repertoire von der Klassik bis zur Moderne. Ein wichtiges Anliegen wurde für Buchbinder die Interpretation des „Neuen Testaments“ der Klaviermusik: die zyklische Wiedergabe aller 32 Sonaten Beethovens, die er in Recitals in mehr als 30 Städten – darunter München, Hamburg, Zürich, Buenos Aires – aufgeführt hat. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung kommentierte: „Rudolf Buchbinder erweist sich einmal mehr als einer der wichtigsten und kompetentesten Beethoven-Spieler unserer Tage.“ Die Sonate „Pathétique“ kann zu den bekanntesten Klavierwerken gezählt werden. Ergänzt wird sie mit Franz Schuberts Impromptus op. 142 – vier Einzelstücken, die Robert Schumann als verkappte Sonate bezeichnete. Frédéric Chopins umfangreiches Schaffen für Klavier umfasst erstaunlicherweise nur drei Sonaten. Deren dritte in h-Moll ist ein monumentales Werk und entstand 1844, fünf Jahre vor dem allzu frühen Tod des Komponisten, der für die polnische Musikgeschichte von so großer Bedeutung war. Orchesterkonzert Dienstag, 25. September 2007, Brucknerhaus, Großer Saal, 19.30 Uhr WDR Sinfonieorchester Köln, Semyon Bychkov Dirigent FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY: Symphonie Nr. 4 A-Dur op. 90 „Italienische“ RICHARD STRAUSS: Eine Alpensymphonie op. 64 Semyon Bychkov - Internationale Dirigentenkarriere Seit zehn Jahren ist Semyon Bychkov Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters Köln, das 2006 sein 50-Jahr-Bestandsjubiläum feierte. Bychkov wurde 1952 in St. Petersburg geboren und ging 1975 in die USA. Sein heutiges Hauptwirkungsfeld ist Europa. Neben der Pflege des klassisch-romantischen Repertoires machte sich das WDR Sinfonieorchester vor allem durch seine Interpretationen der Musik des 20. Jahrhunderts einen Namen. Beim Brucknerfest 2007 spielt das renommierte Sinfonieorchester Felix Mendelssohn Bartholdys 4. Symphonie – die „Italienische“, vom Komponisten selbst so bezeichnet, folgt sie doch den Spuren eines jungen Italien-Reisenden, der italienischem Volksleben begegnet und sich von der pulsierenden Stimmung mitreißen lässt. Fast 100 Jahre später setzt ein anderer Komponist einer anderen Landschaft ein Denkmal: Richard Strauss verewigte 1915 die Alpen in seiner Alpensymphonie. Vom Sonnenaufgang über Gewitter und Sturm bis zum friedlichen Ausklang ist jede Naturgewalt in Musik gesetzt. Am 25. September musiziert Bychkov mit dem WDR Sinfonieorchester Köln - genau diese Paarung war es, die anlässlich 50 Jahre WDR die Idee des Brucknerhauses einer neuen Inszenierungsmöglichkeit wiederholte: die Zusammenarbeit mit dem Futurelab der Ars Electronica bei der Oper Rheingold 2004. Jazz Mittwoch, 26. September 2007, Brucknerhaus, Großer Saal, 19.30 Uhr Sheila Jordan & Roma Jazz Ensemble Jazz-Diva des Bebop Sheila Jordan ist eine der herausragenden Jazzsängerinnen unserer Zeit. Zu ihren Lehrern zählen Lennie Tristano, Guru des Cool Jazz und Thelonious Monk. Sie war mit Charlie Parker befreundet und später mit dem „Bird“-Pianisten Duke Jordan verheiratet. Musikalische Partner wie Sonny Rollins, Lee Konitz und Carla Bley begleiteten die Karriere der Jazz-Diva. Ähnlich wie bei Billie Holiday dienen die Songs als Basis zum Erzählen eines reichen Schatzes an Geschichten, die Sheila Jordan in den Ohren ihrer Zuhörer zum Leben erweckt. Ihre CD-Aufnahmen mit der George Russell Big Band wurden legendär und machten sie zur letzten noch lebenden Diva aus der Ära des Bebop. Das Konzert mit dem Roma Jazz Ensemble schließt an diese Tradition an. Das Ensemble ist eines der führenden Jazzorchester Italiens und wurde berühmt für seine Kombination der Tradition mit modernen musikalischen Entwicklungen. Das Roma Jazz Ensemble tritt regelmäßig in den großen Konzertsälen Italiens auf, Stars wie Uri Caine, Bob Mintzer und Yusef Lateef sind häufige Gäste des Orchesters. Für das Konzert im Rahmen des Brucknerfestes werden Lieder aus dem „Great American Songbook“, Bebopthemen und Originalkompositionen von Sheila Jordan, Pino Iodice und Mario Corvini zu einem aufregenden Konzertprogramm zusammengestellt, das im Brucknerhaus seine erste Aufführung erlebt. Recital Gringolts – Stadtfeld Donnerstag, 27. September 2007, Brucknerhaus, Mittlerer Saal, 19.30 Uhr Ilya Gringolts Violine; Martin Stadtfeld Klavier JOHANN SEBASTIAN BACH: Sonate E-Dur BWV 1016 ALBAN BERG: Klaviersonate op. 1 h-Moll JOHANN SEBASTIAN BACH: Sonate f.b.c. BÉLA BARTÓK: Sonate für Violine solo Sz 117 JOHANN SEBASTIAN BACH: Sonate G-Dur BWV 1019 Zwei Shootingstars interpretieren Bach und Berg Der Geiger Ilya Gringolts und der Pianist Martin Stadtfeld zählen zu den Shootingstars der letzten Jahre. Martin Stadtfelds Debüt-CD mit den Bach’schen Goldberg-Variationen katapultierte sich sofort an die Spitzenplätze der Klassik-Charts - die Kritiken überschlugen sich: „Stadtfelds Bach kann prasseln, brausen, funkeln, jovial kann er den brillanten Artisten spielen. Aber er kann auch dermaßen still sein, dass man erschrickt.“ Dass er aber nicht nur mit Bach brillieren kann, zeigt er beim Brucknerfest 2007 mit seiner Interpretation der Klaviersonate op. 1 von Alban Berg. Auch der St. Petersburger Ilya Gringolts hat ein besonderes Faible für Bach. 2004 debütierte er bei den Salzburger Festspielen, bereits 1998 hatte der 16-Jährige als Sieger des Internationalen „Premio Paganini“-Wettbewerbs erstmals Furore gemacht. Gemeinsam und solistisch werden Gringolts und Stadtfeld Bach, Berg und Bartók interpretieren. Orchesterkonzert Freitag, 28. September 2007, Brucknerhaus, Großer Saal, 19.30 Uhr Wiener Kammerorchester; Heinrich Schiff Dirigent; Reinhold Friedrich Trompete Ludwig van Beethoven: Egmont-Ouvertüre op. 84 Joseph Haydn: Trompetenkonzert Es-Dur Hob. VIIe:1 Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“ Heinrich Schiff und das Wiener Kammerorchester widmen sich den Klassikern Haydn und Beethoven Am Beginn des Orchesterkonzertes unter der Leitung von Heinrich Schiff, erster Gastdirigent des Bruckner Orchesters, steht die Ouvertüre zu Beethovens Schauspielmusik Egmont. Ein Trauerspiel Johann Wolfgang von Goethes, das gegen die religiöse und politische Unterdrückung der Niederländer durch die Spanier gerichtet war. Ein kämpferisches Thema, das der Persönlichkeit des Komponisten entsprach. Dies zeigt sich auch in seiner 3. Symphonie, der Eroica, die vorerst als Hymne an die Ideale der Französischen Revolution Napoleon gewidmet werden sollte. Doch nach dessen Selbstkrönung sah Beethoven die Ideale verraten und widerrief die Widmung. Ein paar Jahre zuvor, 1796, hatte Joseph Haydn sein Trompetenkonzert komponiert, angeregt durch die Konstruktion der ersten Klappentrompete, mit der chromatische Tonfolgen nun mühelos intoniert werden konnten – eine revolutionäre Erfindung mit weitreichenden Folgen. Orchesterkonzert Sonntag, 30. September 2007, Brucknerhaus, Großer Saal, 19.30 Uhr Bruckner Orchester Linz, Karen Kamensek Dirigentin Gustav Mahler: Symphonie Nr. 5 cis-Moll Abschlusskonzert mit dem Bruckner Orchester unter Karen Kamensek Den Abschluss des Brucknerfestes 2007 bestreitet das Eröffnungsorchester: das Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Karen Kamensek. Die 1970 in den USA geborene Dirigentin stand bereits am Dirigentenpult des Brooklyn Philharmonic Orchestra. Als Dirigentin an der Wiener Volksoper von 2000 bis 2002 und im Rahmen internationaler Festspiele und Opernproduktionen erarbeitete sie sich ein breites Repertoire. Die junge Amerikanerin war von 2003 bis 2006 Generalmusikdirektorin am Freiburger Theater und hatte Gasteinladungen an der Deutschen Oper Berlin, der Oper Frankfurt, am Staatstheater Stuttgart und an der Volksoper Wien. In der Saison 2006/07 gibt Karen Kamensek ihr Debüt an der Hamburger Staatsoper. Auf dem Programm steht Gustav Mahlers 5. Symphonie, die eine neue Ära im Schaffen des Komponisten einleitete. Nach den „Wunderhorn-Symphonien“ wandte sich Mahler nun in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts der Welt, dem Diesseits zu. Trauer und Freude liegen nahe beieinander, zu Beginn des Werkes begleiten die Zuhörer einen Trauerkondukt, der im 4. Satz zum Adagietto führt – einem der schönsten Sätze, die Mahler je geschrieben hat – und in das Finale mündet, das einen „Sieg der Welt über Trauer und Resignation“ bedeutet. Brucknerfest im Posthof Dienstag, 18. September, Donnerstag, 20. September, Freitag, 21. September, Posthof, Großer Saal, 20.00 Uhr; Kindervorstellung: Samstag, 22. September, 15.00 Uhr Yellow Hands – Das verrückte Musikspektakel Toni Bartl Idee, Konzept, Produktion, Regie Daniel Neuner Instrumentenfertigung Andy Asang Instrumentenfertigung, Bassakrobat Thomas Gugger Tontechnik, Kanalrohrschlagzeug, Perkussionssolist Gregor Wittner Arrangement, Tastenakrobat Multimedia-Spektakel als Österreich-Premiere Es gibt nichts, was nicht klingt – unter diesem Motto hat der bayerische Multiinstrumentalist, Regisseur und Klangbastler Toni Bartl mittlerweile rund 100 kuriose Instrumente erfunden, gebaut oder umfunktioniert. Der Träger des Künstler- und Publikumspreises des Münchner Tollwood-Festivals 2003 sorgt mit der Bühnenshow Yellow Hands erneut für Furore. In diesem groß angelegten Multimedia-Spektakel erzählen Toni Bartl und sein Team die Geschichte der Yellow Hands, eines hochmusikalischen tonkünstlerischen Volksstammes, der an einer sehr seltenen, schwer therapierbaren Musiziersucht leidet. Die Musiker können sich keine Sekunde von ihren Instrumenten trennen; Tag und Nacht müssen sie musizieren. Und das nicht zur Freude der Nachbarschaft, die ihnen ihre Musikalienwaren kurzerhand entzieht, um endlich wieder Ruhe und Ordnung einkehren zu lassen. Doch weit gefehlt: Von nun an bauen sich die Musikbesessenen ihre Instrumente eben selbst. Ein kleiner Auszug aus der Liste an Materialien, mit denen Tono, Ando und Dano ihre Entzugserscheinungen bekämpfen: 204 Kanal- und Abflussrohre mit einer Gesamtlänge von 188 Metern, 174 Muffen, Winkel, 44 Blumentöpfe usw. Eine 90-minütige, wunderbar skurrile Show, die kein Auge trocken und kein Ohr ungespitzt lässt! www.yellowhands.de Brucknerfest im Posthof Freitag, 28. September 2007, Posthof, Großer Saal, 20.00 Uhr Nanine Linning Choreography Henna Lee, Nanine Linning, Sébastien Mari, Marijn Roelofsen und Iratxe Ansa Dance Jacob ter Veldhuis, Michael Gordon Music Jan Boiten Video Nanine Linning Company (NL) - Bacon Aufgespannte Tierkadaver, porträtierte Nacktheit, die geschundene Menschheit am Kreuz. Das sind Motive des Malers Francis Bacon (1909–1992). Die provokanten und schockierenden Bilderwelten des berühmten Künstlers inspirierten die junge niederländische Choreografin Nanine Linning und ließen sie eine beeindruckende, preisgekrönte Inszenierung erschaffen, die sich – in ihren verstörendsten und zugleich von Schönheit erfüllten Momenten – als Hommage an Bacons Kunst versteht. Nanine Linning sieht in Bacons Werken eine indirekte Verbindung zum heutigen Weltgeschehen. Die konstante Kriegsgefahr und die Angst, mit der Menschen leben müssen, spiegeln sich in den Bildern wider und hinterließen bei der jungen Tanzschöpferin einen tiefen Eindruck. In Anlehnung an Bacons Hang zum Triptychon entfaltet Linning ein düsteres Universum für fünf Tänzer, das von Isolation, Vereinsamung, Schmerz und Verwundung erzählt und tief ins Unterbewusste trifft. In dichter Verschränkung der kühlen, virtuosen Bewegungssprache mit Videokunst und Musik entsteht eine eindringliche Arbeit über die Tragödie kreatürlichen Seins. Nanine Linning, Absolventin der Rotterdam Dance Academy und bis 2006 Hauschoreografin am Scapino Ballet, gilt als eine der talentiertesten ChoreografInnen Hollands. Mit ihren 28 Jahren blickt sie bereits auf ein mehr als 30 Stücke umfassendes Oevre zurück. Kunst & Kultur im September – VEST Traun Samstag, 29. September 2007, Kulturhaus spinnerei, 19.00 Uhr Das Frauenorchester von Auschwitz (Arrangement Stefan Heucke, D/Österr. Uraufführung) Carla del Frate Dirigentin Lesung (Stefan Heucke, D) Dokumentarfilm „Das Frauenorchester von Auschwitz“ - Musik als Zwangsarbeit – Musik als Lebensretter, Aufführung der Frauenorchestersuite In den Jahren 1943/44 gab es im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ein Frauenorchester, das sich aus Profi- und Laienmusikerinnen aus Deutschland, Frankreich, Polen und anderen europäischen Ländern zusammensetzte. Dirigentin war die damals weltberühmte Geigerin Alma Rosé, die Nichte des Komponisten Gustav Mahler. Das Orchester – entstanden aus einer Laune des Auschwitz-Kommandanten – musste bei der Ankunft der Häftlinge im Lager spielen, bei den Selektionen, im Kranken- und Versuchsblock. „Wir haben dort gestanden und gespielt, wenn die Kolonnen zur Arbeit gegangen sind und wenn sie wieder zurückgekommen sind. (...) Und wir mussten hier stehen und spielen, wenn die Züge vorbeigefahren sind. (...) die Menschen, die in den Zügen waren, haben unsere Musik gehört. Die haben das gehört und haben uns zugewunken. Wahrscheinlich haben sie gedacht, wo Musik gemacht wird, da kann es nicht so schlimm sein.“ (Esther Bejarano, Zeitzeugin und Orchestermitglied) Die Veranstaltungsservice Traun GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, das „Frauenorchester von Auschwitz“ in seiner ungewöhnlichen Besetzung authentisch nachzustellen. Die Zeitzeugin Esther Bejarano ist anwesend, sie spielte im damaligen Orchester das Akkordeon. In dem deutschen Komponisten Stefan Heucke, er hat die Frauenorchestersuite zusammengestellt und arrangiert, wurde ein Partner gefunden, der sich seit Jahren mit diesem Thema beschäftigt. Kartenbestellung bei der VEST GmbH: Tel.: 07229/62032, www.vest.at |
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