Brucknerhaus Linz Titeltext-Grafik

Mai 2009

Sommerprogramm 2009


29. Mai 2009, 10 Uhr, Brucknerhaus, Restaurant Anklang

Sommerprogramm 2009
Brucknerhaus – So klingt der Sommer!

Bildmaterial


PRESSEKONFERENZ

Serenaden im Hof des Linzer Landhauses
Theater im Rosengarten  Pension Schöller
Johann Strauß Ensemble & Wolfgang Böck


Gesprächspartner:


VD Wolfgang Winkler – Künstlerischer Leiter der LIVA
Mag. Wolfgang Lehner – Kaufmännischer Leiter der LIVA    
Martina Müllner
– Co-Regie Pension Schöller
Georg Baum
– Pension Schöller
Erich Buchmann – Johann Strauß Ensemble

Serenaden

Im Hof des Linzer Landhauses

07.07. – 25.08.2009


Die Serenaden im stimmungsvollen Hof des Landhauses zählen zu den Höhepunkten des Brucknerhaus-Kultursommers. Das wunderbare Ambiente und eine bunte Mischung an musikalischen Darbietungen von Kammermusik bis großem Operngesang bestimmen die Konzerte im Sommer 2009.

Von Oper bis Broadway

Am 21. Juli bittet der Münchner Kammersänger Kevin Conners zu einer Reise in die Welt der Oper, der Operette und des Musicals. Große romantische Werke wie Wagners Meistersinger, Verdis Rigoletto und die selten gespielten Perlenfischer von Bizet stehen ebenso auf dem Programm wie Arien aus Operetten. Doch nicht nur aus deutschsprachigen Meisterwerken, sondern auch aus der spanischen „Schwester“ der Operette, der Zarzuela. Amerikanische Musik zwischen Oper und Musical rundet den Abend ab: Bernsteins wunderbare West Side Story und Loewes unvergessliche My fair Lady verwandeln den Landhaushof in eine Broadway-Bühne.

Kevin Conners, geboren in East Rochester/New York, studierte an der Eastman School of Music in New York und am Salzburger Mozarteum. Seit 1998 war er Mitglied des Opernstudios, 1990 wurde er fest ins Ensemble der Bayerischen Staatsoper übernommen. Er widmet sich intensiv dem Konzert- und Liedgesang, zahlreiche Gastverpflichtungen führten ihn ins In- und Ausland. 1995 debütierte er an der Mailänder Scala als Monostatos (Die Zauberflöte). Seit 2005 ist er Bayerischer Kammersänger. Seine Partien an der Bayerischen Staatsoper in der Saison 2008/09 umfassten u. a. Pedrillo (Die Entführung aus dem Serail), Steuermann (Der fliegende Holländer), Andres (Wozzeck), Theophilus/2. Meister/4. Kapellsänger (Palestrina) und Brighella (Ariadne auf Naxos).


„Da Blaubart und seine Weiba“

Unter dieses Motto stellt der große Schauspieler Wolfram Berger seinen Abend, den er gemeinsam mit dem Frauentrio Zwoadreivier aus der Steiermark gestaltet. Zwoadreivier präsentiert alte Volksmusik im Dreigesang. Mitreißend, grandios gesungen und pointiert interpretiert kann der Zuhörer nur staunend erleben, welch hintergründige Strophen und Gstanzln der Volksmund gereimt hat. In Geschichten, Gedichten und Liedern von H.C. Artmann, Erich Kästner, Joachim Ringelnatz und aus des Volkes Mund berichten die Künstler von einer Zeit, da die Welt noch in Ordnung war...

Von Wolfram Bergers Gabe, Texte zu interpretieren und die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen, sind Publikum und Presse gleichermaßen begeistert: „Wolfram Berger verfügt über eine Sicherheit noch in den feinsten Zwischentönen, die ihm weit ausholende und dabei jederzeit leichte Bögen erlaubt, getragen von einer Ironie, die nie wichtigtuerisch oder herablassend klingt. Es ist eine paradoxe Erfahrung, diesem begnadeten Salon-Erzähler zuzuhören.“ (Theater heute)


Der Teufelsgeiger Paganini

Josef Sabaini und Thomas Kerbl, beide Professoren der Bruckneruniversität, widmen sich am 11. August großen Sonaten von Franz Schubert und Wolfgang Amadeus Mozart, aber auch virtuosen Werken von Niccolo Paganini, Fritz Kreisler, Manuel de Falla und Astor Piazzolla.

Josef Sabaini, geboren in Wien, erhielt seine musikalische Ausbildung am Bruckner Konservatorium. Er studierte in Wien und Bern und wurde 1975 Erster Konzertmeister des Bruckner Orchesters. Sabaini war Mitglied mehrerer Kammermusikvereinigungen und absolvierte in Cincinnati einen Kurs des LaSalle-Quartetts am College Conservatory of Music. 1983 kam er zum berühmten „Festival Strings Lucerne“, mit denen er rund um die Welt reiste. 1986 gründete er das Ensemble Harmonices mundi.

Die Karriere des Dirigenten Thomas Kerbl nahm ihren Ausgangspunkt am Klavier. Parallel zu seinem Klavierstudium am Brucknerkonservatorium begann er eine umfangreiche Konzerttätigkeit als Solist und Liedbegleiter. Vor allem die 16 Abende der zyklischen Gesamtaufführung des gesamten Klavier-, Kammermusik- und Liedwerkes von Claude Debussy brachten 1986/87 dem damals knapp 20-jährigen Künstler große Anerkennung. Am ehemaligen Brucknerkonservatorium wurde ihm mit 27 Jahren die Leitung der Lied-Oratoriumklasse anvertraut. Seit 1995 intensivierte sich die Arbeit als Dirigent und bildet mittlerweile, neben einer intensiven Franz Schubert Forschung, den künstlerischen Schwerpunkt in der Arbeit von Thomas Kerbl.

Details zu den weiteren spannenden, interessanten und anregenden Programmpunkten für einen Sommerabend finden Sie unter www.brucknerhaus.at.

Achtung heuer wieder am gewohnten Spielort im renovierten Linzer Landhaus.


Beginn jeweils 20.00 Uhr. Bei Schlechtwetter steht der Steinerne Saal im Landhaus zur Verfügung. Info: 0732/775230 www.brucknerhaus.at

Preis pro Konzert: € 18,– // Jugendkarte: € 10,–
Serenadenabo: wählen Sie aus den acht Terminen > drei Konzerte zu € 56,-


Serenaden im Hof des Linzer Landhauses auf einem Blick


7. Juli 09
Austrian Art Ensemble
Anna Maria Pammer Sopran
Wim van Zutphen Klavier
Haydn, Beethoven, Pleyel, Spohr u. a.

14. Juli 09
Gernot Fresacher Klarinetten
Werner Karlinger Harfe
Eine Europareise mit 3 Klarinetten und 47 Saiten

21. Juli 09
Kammersänger Kevin Conners
mit dem Quartett der bayr. Staatsoper
Die schönsten Arien aus der Welt der Oper und Operette

28. Juli 09
Liudmila Beladzed Cymbal
Rainer Falk Gitarre
Bach, Piazzolla, J. Strauß, de Abreu u. a.

4. August 09
Trio Impossibile
Schumann, Bach, R. Strauss, J. Strauß u. a.

11. August 09
Wolfram Berger
Ensemble Zwoadreivier
Da Blaubart und seine Weiba –
oder Als die Welt noch in Ordnung war

18. August 09
Josef Sabaini Violine
Thomas Kerbl Klavier
Paganini, Mozart, Kreisler, Schubert

25. August 09
Ensemble Oktavian
Händel, Salieri, Mozart, Haydn, Kommer




Theater im Rosengarten

PENSION SCHÖLLER

mit: Günter Rainer, Gerhard Brössner, Katharina Solzbacher, Georg Bonn, u.a.

Premiere Freitag, 23.7.2009, 19:30, Rosengarten Pöstlingberg
Weitere Termine 24., 25., 26., 30., 31. Juli und 1. und 2. August


Inhalt Kurzversion
Ladislaus Robitschek hat eine ländliche Villa geerbt und möchte daraus ein Nervensanatorium machen. Bei einem Besuch in der Stadt drängt er seinen Neffen Alfred, ihm ein solches Haus in Wien zu zeigen, als Gegenleistung will er ihn finanziell bei seiner Geschäftsgründung unterstützen. Alfred führt ihn jedoch nicht in eine Nervenheilanstalt, sondern nimmt ihn zu einem Gesellschaftsabend der Pension Schöller mit. Während sich Ladislaus prächtig amüsiert (in dem Glauben, es handle sich bei den zum Teil sehr exzentrischen Gästen um "echte Irre"), wundern sich diese ihrerseits über das merkwürdige Verhalten des Onkels. Richtig turbulent wird es allerdings, als einige der vermeintlichen Irren Ladislaus in seiner Villa in Baden besuchen...


Pension Schöller oder Urlaub im Irrenhaus


Das diesjährige Sommerprogramm im Linzer Rosengarten wird verrückt: Günter Rainer inszeniert Pension Schöller. Der Schwank in drei Akten von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby gehört zu den berühmtesten Lustspielen des deutschen Theaters und gilt als „Enthüllungs-Komödie“ der Bourgeoisie. Es erwarten Sie 105 Minuten Vollblut-Theater, das die Lachmuskeln trainiert und die Frage aufwirft: „Was ist schon verrückt?“

Im Jahr 1890, noch bevor Sigmund Freud seine Theorien über die menschliche Psyche veröffentlichte, brachten die beiden Mainzer Karnevalisten Carl Laufs und Wilhelm Jacoby ein Lustspiel zu Papier, das mit Witz und Esprit den Beweis dafür liefert, dass die Grenze zwischen Normalität und Wahnsinn lediglich eine Frage der Perspektive ist. 2009 hat Pension Schöller, ähnlich wie die Psychoanalyse, Kultstatus erreicht und gilt als absolutes Muss für jeden Komödianten. So sieht das auch Publikumsliebling Günter Rainer, der den „Schwank der Schwänke“ im Linzer Rosengarten inszeniert.

Der Aufwand sei jedoch „enorm“ gewesen, galt es doch, 14 Rollen zu besetzen und das mit „exzellenten Schauspielern“. „Eine Verlegenheitsbesetzung gibt es bei mir nicht!“, so Rainer. Wenn er nicht die geeigneten Mimen gefunden hätte, dann hätte er das Stück nicht gemacht. Basta. Doch Dank seiner guten Connections, er war jahrelang am Landestheater Linz und spielt(e) auf zig Bühnen im deutschsprachigen Raum, war das kein Problem. Das Bühnenbild, das laut Regisseur „genauso verrückt sein muss wie das Stück“, macht Caroline Stark. Rainer wird statt im Regiesessel die meiste Zeit auf der Bühne zubringen, spielt er doch die Hauptfigur. „Wenn ich selbst auf der Bühne stehe, beobachte ich die Schauspieler nicht beim Spielen, die sind dann meine Partner.“ Regieanweisungen kommen deshalb von der Co-Regisseurin Martina Müllner (siehe Interview).

Als Fabrikant Ladislaus Robitschek erbt Rainer eine ländliche Villa und möchte daraus eine Nervenheilanstalt, vulgo Irrenhaus machen. Er drängt seinen Neffen, ihm ein solches Haus in Wien zu zeigen. Dieser führt ihn zu einem Gesellschaftsabend in die Pension Schöller. Der Onkel erwartet natürlich „echte Irre“ und hält von nun an alle Gäste der Pension – die zugegebenermaßen etwas exzentrisch sind – für verrückt.  Er verbringt einen amüsanten Abend mit echten „Originalen“ wie einem Großwildjäger, einem Major. a. D. und einem verkannten Schauspieler, dem die Bühnenkarriere wegen eines kleinen Sprachfehlers bislang versagt blieb. Richtig turbulent wird es allerdings, als einige der Gäste Robitschek in seiner Villa besuchen ...

Im Rosengarten wird die Josefstadt-Fassung von Hugo Wiener gezeigt. „Beherzt gestrichen, modern und frech“, kündigt Rainer an. Er hat den Anspruch „keinen Schenkelklopfer“, sondern „gehobenen Boulevard“ zu machen. Lacher sind erlaubt, aber sie decken die kritischen Töne nicht zu. Etwa, dass Vorurteile und Klischees nicht hinterfragt, sondern für bare Münze genommen werden. Da wundert es kaum, dass Rainer seine Inszenierung in den 1930ern ansiedelt.


Interview Martina Müllner - „Quasi meine erste Regie“


?: Pension Schöller ist eines der bekanntesten Lustspiele des deutschen Theaters. Wie erleben Sie die Arbeit an diesem Klassiker?
Martina Müllner: Ich finde es ist ein ganz tolles Stück. Aber natürlich gibt es die berühmte Inszenierung aus der Josefstadt mit Maxi Böhm, die so viele Leute kennen und Vergleiche anstellen. Das macht es schwierig sich davon abzuheben.

?: Wie gelingt es Ihnen dennoch eine eigenständige Inszenierung in den Rosengarten zu stellen?
Müllner: Wir haben diese bewusste Josefstadt-Tradition unterbrochen, dass man ins Theater geht um dort bestimmte Leute zu sehen. Eben wie den Maxi Böhm in Pension Schöller. Anstatt alles auf eine Hauptfigur zu setzen, haben wir die anderen Charaktere stärker herausgearbeitet. Bei uns sind sie nicht nur Gag-Zulieferer für eine dominante Hauptfigur. Da sind ja super Schauspieler dabei und die sollen auch zeigen, was sie draufhaben.

?: Die zentrale Figur Ladislaus Robitschek wird von Günter Rainer verkörpert, der gleichzeitig auch Regie führt. Wie wirkt sich das auf Ihre Aufgabe als Regieassistentin aus?
Müllner: Ich habe dadurch eine große Verantwortung, weil Günter ja die meiste Zeit auf der Bühne stehtt. Ich freue mich, dass er so viel Vertrauen in mich setzt. Das ist quasi meine erste Regie.



Johann Strauß Ensemble & Wolfgang Böck

Sonntag, 23.08.2008,19:30, Rosengarten Pöstlingberg


Viel mehr als Trautmann!

Das Johann Strauß Ensemble und Wolfgang Böck im Rosengarten.

Seit vielen Jahren bittet das Johann Strauß Ensemble namhafte Schauspieler zu sommerlichen Konzerten in den Rosengarten am Linzer Pöstlingberg. Diese Tradition bietet von Jahr zu Jahr die Gelegenheit, Texte und musikalisches Programm neu zu mischen, zu kombinieren und zu gestalten. So unterschiedliche Persönlichkeiten wie Otto Schenk, Fritz Muliar, Barbara Wussow, Ernst Grissemann, Erwin Steinhauer, Heinz Marecek, Harald Krassnitzer und Friedrich von Thun verliehen diesem Sommerausklang Jahr für Jahr eine spezielle Atmosphäre und boten dem Johann Strauß Ensemble immer wieder Gelegenheit, ungewohnte und erfrischende musikalische Rahmenbedingungen zu schaffen.

Denn trotz des Namenspatrons stehen nicht nur Werke der Strauß-Familie auf dem Programm, auch wenn die Intention bei der Gründung 1985 die Pflege der Strauß’schen Werke war. Der Ruf des Ensembles überschritt bald die Grenzen Oberösterreichs, Einladungen in ganz Europa folgten bald nach der Gründung und verhalfen dem Ensemble zu einem hervorragenden internationalen Ruf. Dieser hat wohl auch seinen Grund in der seit Jahren unveränderten Musikerbesetzung und dem fast familiären Zusammenhalt des Ensembles.

Strauß ist die Basis, auf der auch Neues entsteht: Und so beauftragte das Ensembles namhafte zeitgenössische Komponisten, Strauß „weiterzudenken“: Werner Steinmetz, Werner Pirchner, Roland Neuwirth und andere legten ihre Sicht von Strauß dar und trugen zu einem bunten und originellen Blick in die Entwicklung der Strauß-Werke bei. Veränderungen sind gefragt und erwünscht – das Programm „Metamorphosen“ stellt diese in Werken von Mozart, Schönberg und Richard Strauss in den Mittelpunkt. Doch auch alle anderen Programme sind ständigen Veränderungen unterworfen – Stillstand ist nicht die Sache des Johann Strauß Ensembles, das sich vor allem auch bei den Konzerten im Rosengarten immer auf die vorgetragenen Texte einstellt. Heuer ist einer der bekanntesten österreichischen Filmschauspieler Gast des Johann Strauß Ensembles: Wolfgang Böck. 

Der „Ehrenkieberer“ Wolfgang Böck, gebürtiger Linzer, wird mit seiner großartigen Rolle als „Trautmann“ identifiziert – zu Recht, denn er verleiht dem Wiener Polizisten eine Persönlichkeit und Menschlichkeit, wie es wenigen Schauspielern gelingt. Er bedient sich eines Vokabulars, das auch in Wien fast ausgestorben ist. Da ist es kein Wunder, dass deutsche Sender diese Serie nicht übernehmen, auch wenn sie nicht wissen, was ihnen entgeht. 2007 und 2009 erhielt Böck den Fernsehpreis „Romy“ als Anerkennung für seine große schauspielerische Leistung.

Dies ist jedoch nur eine Facette des vielfältigen Künstlers, der sich an vielen Bühnen ein umfangreiches Repertoire schuf. Im Jahr 2003 übernahm Wolfgang Böck außerdem die künstlerische Leitung der Schlossspiele Kobersdorf, wo er mit großem Erfolg dieses Sommerfestival in wunderbarem Ambiente leitet.
Man kann gespannt sein, welchen Akzent die Künstler diesem Sommerausklang geben. Spannend, neu und anregend wird er in jedem Fall sein.
   
Die gültige Eintrittskarte am VA-Tag (zwei stunden vor Beginn) berechtigt zur ermäßigten AST-Benutzung sowie zur kostenlosen Benutzung aller Verkehrsmittel der Linz AG Linien inkl. Pöstlingbergbahn bis 24:00 Uhr.

  
 
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