
Juni 2011
Brucknerhaus Linz
Linzer Klangwolken 2011
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Pressekonferenz am 15.6.2011 Brucknerhaus, Kleiner Saal LINZER KLANGWOLKEN 2011VISUALISIERTE KLANGWOLKE KINDERKLANGWOLKEKLASSISCHE KLANGWOLKEIhre GesprächspartnerInnen: Wolfgang Winkler Künstlerischer Leiter der LIVA Hubert Hawel Technischer Leiter ORF Landesstudio OÖ. Visualisierte KlangwolkeBeda Percht Konzept und RegieChristian Czech Pyrotechnik KinderklangwolkeJörg-D. Hanzhanz Konzept, ProjektleitungManfred Forster Geschäftsführer Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel VISUALISIERTE KLANGWOLKE2011 – FEUERWELT. EINE SCIENCE-FICTION3.9.2011, Donaupark Linz„Ich hatte einen Traum heute Nacht: Der Himmel schrie, die Erde gab Antwort. Zwischen ihnen stand ich.“ (Gilgamesch-Epos, babylonisch, ca. 2500 Jahre vor Christus) Die visualisierte Klangwolke wird in diesem Jahr durch Feuerwerk gestaltet. Der österreichische Pyrotechniker Christian Czech/Pyrovision arbeitet seit einigen Jahren mit dem Regisseur Beda Percht/Cataracts zusammen. Gemeinsam haben sie einen neuen Stil hörspielartiger Feuerwerksinszenierungen geschaffen, der international für Aufsehen sorgt – beispielsweise durch den Gewinn des Wettbewerbs „Nuits de Feu“ im Schlosspark Chantilly bei Paris. Für die Komposition konnte der französische Musiker Thierry Zaboitzeff gewonnen werden. Seine mächtigen musikalischen Themen verbinden sich mit feiner Subtilität und machen Musik erlebbar. „2011 – Feuerwelt. Eine Science Fiction“ ist inspiriert durch den Roman „Childhood’s End“ von Arthur C. Clarke - jenem britischen Schriftsteller, dessen Welterfolg „2001 – Odyssee im Weltraum“ von Stanley Kubrick verfilmt wurde. „Mohan hatte das Gefühl, dass er eine Ewigkeit in den Himmel starrte – während die ganze Welt zusah, wie sich die großen Raumschiffe in ihrer überwältigenden Majestät herabsenkten. Dies war der Moment, in dem die Geschichte den Atem anhielt und sich die Gegenwart von der Vergangenheit löste, wie ein Eisberg, der aus dem Gletscher brach und in einsamem Stolz seine Reise durch das Meer antrat. Alles, was die Menschen in vergangenen Zeitaltern erreicht hatte, zählte plötzlich nicht mehr. Nur ein einziger Gedanke pochte unablässig in Mohans Gehirn: Die Menschheit war nicht mehr allein.“ (Arthur C. Clarke, „Childhood’s End“, 1953) Beda Percht: Überlegungen zum Konzept „2011 – Feuerwelt. Eine Science-Fiction“ ist ein Gedankenspiel: Eine der Menschheit wohlgesonnene, außerirdische Intelligenz bewacht und beschützt die Erde. „Feuerwelt“ zeigt die Suche der Menschen nach dieser Intelligenz und jene Momente, in denen die „Aliens“ in die Geschichte eingegriffen haben. Eingeflochten werden menschliche Erklärungsversuche des nicht zu Erfassenden – durch Transzendenz, Mystik und Religionen, aber auch mit Hilfe der Wissenschaften. 2011 wird die Menschheit vor eine Entscheidung gestellt. Seit der Entscheidung, eine Klangwolke zu „Science Fiction“ vorzuschlagen, hat sich zu dem Thema Einiges getan, es ist wieder an die Oberfläche getaucht, nachdem es seit den 1980er Jahren doch ein wenig an Bedeutung verloren hatte. Beispiele sind die „Science Fiction“-Reihe im Filmmuseum Wien (und im Sender arte) oder die aktuelle Ausstellung „Weltraum. Die Kunst und ein Traum“ in der Kunsthalle Wien. Auch die Anstrengungen zur bemannten Raumfahrt wurden verstärkt – kann der Weltraum Fluchtorte für eine Menschheit bieten, deren Heimatplanet zunehmend unbewohnbar wird? Und natürlich lebt auch die Suche nach extraterrestrischem Leben, außerirdischer Intelligenz wieder auf – in Salzburg etwa hat sich soeben, 2011, ein Verein konstituiert, der UFO-Sichtungen sammelt. Die Klangwolke „2011 – Feuerwelt. Eine Science-Fiction“ spielt mit diesem Thema, nimmt es ebenso humorvoll wie ernst und greift auf den Altmeister Arthur C. Clarke zurück, der die Aliens den Menschen erklären lässt, dass für sie das Ende der Kindheit gekommen sei. Es stehen also Entscheidungen für die Zukunft an. Aber ein extraterrestrisches Raumschiff kann nicht szenisch dargestellt werden, man kann es sich nur fantastisch „ausmalen“. Es geht wohl um den Blick zum Himmel und ins All, um diese Phantasie anzuregen, hier kommt die Pyrotechnik ins Spiel, ins „Gedankenspiel“. Feuerwerk ist das größtmögliche Gestaltungsmittel. Es spielt mit dem Urgrund menschlicher Aneignung der Natur: dem Feuer eben (von Prometheus damals – griechische Mythologie – den Göttern gestohlen und den Menschen zu deren Nutzen übergeben). Und Feuerwerk spricht eine andere Sprache, subtil oder gewaltig, verbindet uns großflächig mit Farben und deren Wirkung. Feuerwerk ist vergänglich und momentan. Es ist ebenso ungreifbar wie das Thema dieser Klangwolke, aber das Verglühen eines pyrotechnischen Kometen lässt uns gemeinsam die Einsamkeit spüren und in die Weite des Alls blicken. Das kann auch die Musik (die Linzerinnen und Linzer wissen es seit Keplers Sphärenharmonien, auch in China gibt es 5000 Jahre alte Texte, die davon sprechen), sie kann uns mit unseren Ahnungen verbinden. Aber unsere Musik ist menschlich und nur auf diesem Planeten hörbar. Und wenn es die ETs und deren Überlegenheit gibt – um die Fähigkeit zur Musik beneiden sie uns. „2011 - Feuerwelt“ wird ein musikalisches Epos, das mit kaum hörbarer Leichtigkeit ebenso umgeht wie mit heftigen Klangwolken. Dazu ein Hörspiel, wenige Texte als Verankerungen. Und die Phantasie, Freude und Vorstellungskraft der Besucherinnen und Besucher. Kurzbiografien der MitwirkendenBeda Percht Studium der Germanistik und Sportwissenschaft, tänzerische und schauspielerische Ausbildung in New York und Paris. Der Regisseur, Universitätslektor für Tanz und Schauspiel erarbeitet seine Projekte an den Grenzflächen von Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Technik. Beda Percht ist geleitet von der Leidenschaft, Menschen und deren Ideen und Visionen mit besonderen Schauplätzen zu verbinden. Seit 20 Jahren entwickelt er künstlerische Gestaltungen für besondere Anlässe – damals war das Wort „Event“ im deutschen Sprachraum noch nicht geläufig – und ist damit auch, gemeinsam mit dem Ensemble Cataracts, international erfolgreich. „Dabei ist nicht wichtig, ob Projekte outdoor (am Gletscher, auf Hochhäusern oder Corporate Buildings, in Bergwerken und Industrieruinen) oder indoor stattfinden, ob sie im großen oder im intimen Rahmen stattfinden“, sagt Percht. „Public“ oder „Corporate“: Wichtig sind Authentizität und die Arbeit im professionellen Team aller technischen und künstlerischen Sparten. Viele Unternehmen, Festivals und öffentliche Auftraggeber vertrauen seinem Sinn für das Wesentliche und Vergnügliche und der künstlerischen Potenz des Teams. Christian Czech International ausgebildeter Pyrotechniker, Sprengmeister, Großfeuerwerker, Bühnenfeuerwerker, Special-Effects-Feuerwerker und Sachverständiger für Pyrotechnik. Christian Czech ist ein Mensch, dessen Leidenschaft der spektakulären und feinfühligen Gestaltung mit dem Medium Feuer gilt – eine Ausnahmeerscheinung in der pyrotechnischen Landschaft Mitteleuropas, vor allem „in einem Land, dessen barocke Feuerwerkskultur keine Kontinuität gefunden hat“, so Czech. Seine Laufbahn orientiert sich am internationalen Geschehen. Christian Czech liefert mit der Firma Pyrovision Überraschungen, gewann wichtige Wettbewerbe und gilt nun in der Szene selbst als Avantgardist und Wegbereiter. Christian Czechs Gespür für Inszenierung beweist sich auch in szenischer Pyrotechnik für große Events und in der Gestaltung von Feuerwerken für Unternehmen. Zuletzt hat er mit seiner Firma Pyrovision die Eröffnung der alpinen Ski-WM in Garmisch gestaltet. Seit mehr als zehn Jahren begeistert er die Linzer mit den Feuerwerken und den Special Effects zur Visualisierten Klangwolke. Beda Percht und Christian Czech arbeiten seit zehn Jahren zusammen: Feuerwerke von Pyrovision (Regie/Dramaturgie Beda Percht, Auswahl) Feux Celestes „Nuits de feu“, internationaler Feuerwerkswettbewerbin Chantilly, Frankreich Le Matin „Nuits de feu“, internationaler Feuerwerkswettbewerbin Chantilly, Frankreich Gewinner aller Kategorien (Jury, Publikum, Internet) Choreografie einer Stadt Int. Barock-Feuerwerks-Wettbewerb in Hannover, 3. Platz Heaven and Hell Int. Feuerwerkswettbewerb „Des Feux Lotto Quebec“in Montreal, Kanada Int. Feuerwerks-Wettbewerb „Ignis Brunensis“ in Brünn, Tschechische Republik Zweiter Preis und Preis für die beste Musik „Festival d'Art Pyrotechnique Cannes“, Frankreich Spezialpreis der Jury Gestaltungen von Cataracts (Special Effects, Bühnenfeuerwerke und Feuerwerke von Pyrovision, Auswahl) Science Drive Eröffnung des Science Park der JKU Universität Linz Prometheus reloaded Opening des PowerTower der EnergieAG in Linz Cirque du Cuisine Ikarus-Nächte im Hangar-7 von Red Bull, Salzburg Leben Lesen Lehen Eröffnung der Neuen Mitte Lehen und Stadtbibliothek, Salzburg Mercedes & Mercedes Präsentation für Mercedes Benz Austria, List-Halle Graz Ein Platz der Stadt Erhebung Salzburgs zum Weltkulturerbe, Domplatz Internationale Gartenausstellungen in Graz und Rostock Millenniumsfeiern in den Innenstädten von Salzburg und Frankfurt/Main Thierry Zaboitzeff Beruhigend waren die musikalischen Räume Thierry Zaboitzeffs noch nie, doch sind sie stets von Hoffnung und Sehnsucht bevölkert. Als musikalischer Akteur wendet er sich nicht ab von den dunklen Räumen der Seele und des Universums. Er hat es nicht nötig, da ihn letztlich nichts wirklich bedrohen kann. Sein heißes Herz wärmt alles, worauf es seine Aufmerksamkeit lenkt, seien es Menschen, Harmonien oder Sounds. Anders als viele seiner Zeitgenossen forciert Thierry Zaboitzeff immer Veränderung und Entwicklung. Einlullende Wiederholungen ein und desselben Stils, die so manche kommerziell höchst erfolgreiche Marke etablierten, haben ihn nie interessiert. (Harald Friedl, Regisseur, Sänger und Texter) With great sensitivity, Zaboitzeff pulls from his machines strange sounds that he mixes with those of acoustic instruments. Attracting natural noises into his sonic meshes, like insects that are led to buzz beneath an artificial light, he weaves apprehensive, vibrating spaces, haunted here and there by ancient memories... (Franck Mallet, LE MONDE DE LA MUSIQUE) Thierry Zaboitzeff, geboren in Nordfrankreich, Cellist und Multinstrumentalist, komponierte seit 1971 für die radikale französische Band Art Zoyd, deren elektroakustischer Stil als „Kammermusik für Punks“ bezeichet wurde. Mit Art Zoyd spielte er weltweite Tourneen auf Festivals (für Musik, aber etwa auch Documenta Kassel). 1997 Gründung von Zaboitzeff & Crew, seither zwölf CD-Veröffentlichungen. Seine künstlerische Arbeit ist sehr vielfältig, beispielhaft dafür sind: Musik für Stummfilme (Caligari, 2010), Filme (Frauenkarawane, 2009), große Theaterprojekte (Voyage au Centre de la Terre, Stade de France Paris 2005), Open-Air-Events (Stefane Verité, Beda Percht), Tanz (Editta Braun), Video- und Fernsehfilme. Missa Furiosa für das Brucknerfest Linz (2003), Overdrive XL (symphonisches Konzert für 34 elektrische Gitarren, 2006), Cross the Bridge (Solokonzert auf Tour seit 2009) KINDERKLANGWOLKEDer Supermarkt der Gefühle – Neueröffnung im Donaupark Samstag, 10.9.2011, 17:00, Donaupark Linz, Eintritt frei16:30: Probe mit PublikumBei der Kinderklangwolke 2011 unter dem Titel „Der Supermarkt der Gefühle – Neueröffnung im Donaupark“ werden Kinder maßgeblich die Bühnenshow bestimmen. Insgesamt 40 Kinder erhalten im Vorfeld ein intensives Training für ihre Performance. Sie proben Tanz, Gesang und Ausdruck. Die bunte Welt der Werbung Der Linzer Künstler Jörg-D. Hanzhanz hatte die Idee zur heurigen Kinderklangwolke: „Die Kinderklangwolke entführt das Publikum diesmal in die bunte Welt der Werbung und des Konsums. Wir leben in einer Konsumgesellschaft, und auch unsere Kinder werden täglich mit immer neuen und noch besseren Angeboten konfrontiert. Genau diese Herausforderungen wollen wir gemeinsam mit den Kindern thematisieren." Es geht um den bewussten Umgang mit einer Welt aus Produktversprechen, plakativen Botschaften und lauter Hintergrundmusik – es geht schlicht um das Wesentliche im Leben. Hanzhanz: „, was uns Menschen und vor allem die Kinder ausmacht. Unsere Natürlichkeit, unsere Sinne, unsere Gefühle, unsere innere Ruhe, unsere Kreativität, unsere Freude am Leben. Laufende Proben mit den Kindern Seit 1. Juni laufen die Proben, mehrmals pro Monat, schwerpunktmäßig im August und September wird im Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel gemeinsam trainiert. Die Aufführung findet am 10. September 2011 um 17:00 statt, die öffentliche Probe mit dem Publikum um 16:30. KLASSISCHE KLANGWOLKE
Leonard Bernstein: Ouvertüre zu „Candide“
Antonin Dvořák: Aus der Neuen Welt
Sonntag, 11.9.2011, 20:00, Donaupark Linz,
Filarmonica della Scala |
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