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Polishchuk Alexander

Dirigent

„Dirigieren ist die Kunst zu wissen, wann man das Orchester nicht stören soll.“ Dieses klassische Zitat, mit dem Herbert von Karajan seine Arbeit gern erklärte, trifft auch auf den aus der Ukraine stammenden Dirigenten Alexander Polishchuk zu. Denn Polishchuk versteht sich nicht als Wegweiser, dem alle zu folgen haben. Er liebt das gemeinsame Erschaffen von Kunst, den Entstehungsprozess, der am Ende eine gemeinsame Interpretation hat und nichts Aufgezwungenes. Die ersten Weichen für die spätere Karriere als Musiker wurden für Polishchuk im Alter von sechs Jahren gestellt, als der Sohn eines Kriminalmediziners und einer Journalistin seine Begeisterung für Gesang und später das Dirigieren von Chören sowie für das Klavier entdeckte. Als Teenager wurde ihm klar, dass der Beruf des Dirigenten seine Berufung ist. Auslöser für diese Entscheidung war die Aufgabe, in seiner Dirigierklasse einen Auszug aus Tschaikowskys Oper „Eugen Onegin“ zu gestalten. Die Liste seiner Lieblingskomponisten ist lang und vielfältig. Sie reicht von den russischen Meistern, allen voran Tschaikowsky, Rachmaninow und Schostakowitsch, über Mozart, Hadyn, Beethoven, Brahms, Mahler und Wagner bis zu Strauss.

Alexander Polishchuk, 1960 geboren, studierte zunächst in seiner Geburtsstadt Kiew und setzte seine Ausbildung zum Dirigenten in St. Petersburg fort. Einer seiner prägendsten Lehrer war der legendäre Ilja Alexandrowitsch Mussin, der Gründer der „Leningrader Dirigentenschule“, zu dessen Schülern auch Valery Gergiev, Semyon Bychkov, Teodor Currentzis oder Tugan Sokhiev zählten. 1988 war Polishchuk Finalist im „Wettbewerb der jungen Dirigenten der UdSSR“. Nach seinem Examen 1991 blieb Polishchuk zwei Jahre lang Assistent von Mussin – eine Ehre, die nur wenigen zuteil wurde.

1991 wurde er auch zum Generalmusikdirektor des Städtischen Symphonieorchesters in St. Petersburg berufen. Fünf Jahre später übernahm er dort das Staatliche Symphonieorchesters und war Gastdirigent am Mariinsky Theater. Seine erste große Karrierestation war London, wo er am Royal Opera House dirigierte und Konzerte mit dem Russian Chamber Orchestra London gab. 2001 übernahm Polishchuk die künstlerische Leitung des Novosibirsker Kammerorchesters.

In den vergangenen Jahren dirigierte Polishchuk Konzerte in aller Welt, unter anderem im Wiener Musikverein, in Tokio, Kopenhagen, Taiwan und China. Dazu kamen Festivalauftritte u.a. in Russland, Frankreich und Deutschland. 2006 erhielt er die Auszeichnung „Verdienter Künstler der Russischen Föderation“. Seit 2008 ist er Dirigent am St. Petersburger „Haus der Musik“. Polishchuk war Gastprofessor an Royal College of Music in Stockholm, seit 2013 hat er eine Dirigier-Professur am St. Petersburger Konservatorium.
(Stand: September 2016)