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Bruckner Anton

Biographie

Anton Bruckner gehört zu den bedeutendsten Sinfonikern des 19. Jahrhunderts. Seine musikalische Erfolgsgeschichte ist einzigartig. So hat es der aus einfachen Familienverhältnissen stammende Anton Bruckner tatsächlich zum heute wohl bekanntesten oberösterreichischen Komponisten geschafft und das ohne jeglichen Glanz und Glamour. Ein unmodisches Outfit, ein Beharren auf seiner Herkunft sind nur einige wenige Charakteristika, welche den aus Ansfelden stammenden Komponisten auszeichneten. Dieses für die damalige Zeit sehr einfache Auftreten machte ihn jedoch vor allem in Wien leicht zum Gespött der damaligen Schickeria.

Am frühen Morgen des 4. September 1824 erblickte Anton Bruckner als erstes von elf Kindern in Ansfelden bei Linz das Licht der Welt. Sein Vater Anton Bruckner sen., ein Schullehrer, und dessen Frau Theresia ahnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht welch musikalisches Talent in ihrem erstgeborenen Sohn steckte. Jedoch wurde dem jungen Anton die Liebe zur Musik bereits in die Wiege gelegt, da sein Vater aufgrund seines Berufes seine Fähigkeiten als Sänger, Geiger, Bläser und Orgelspieler täglich unter Beweis stellte. Folglich war Anton Bruckners Vater sein erster Lehrmeister, sowie in musikalischer Hinsicht auch sein erstes Vorbild. So ist es kein Wunder, dass der Lieblingsplatz des kleinen Tonerl auf der Orgelbank seines Vaters war, wo er den wundervollen Klängen seines Lieblingsinstrumentes lauschte.

Die Familie von Anton Bruckner lebte in sehr einfachen Verhältnissen und musste mit zahlreichen familiären Rückschlägen umgehen. So verstarben sechs von elf Kindern sehr früh und auch der frühe Tod des Vaters (1837) brachte die Familie in große finanzielle Bedrängnis. So musste die Familie nach dem Tod ihres geliebten Ehemannes das Schulhaus in Ansfelden verlassen. Nach diesem familiären Tiefschlag zogen Anton Bruckner und dessen Familie nach St. Florian, wo der junge Anton bei den Sängerknaben aufgenommen wurde. Neben seinen Auftritten im Zuge des Sängerknabenchors machte sich Anton Bruckner auch als Instrumentalist für Violine und Orgel nützlich. In dieser Tätigkeit fand er in Anton Kattinger, welcher für seine Orgelimprovisationen berühmt war, einen Förderer. Nach seiner schulischen und musikalischen Ausbildung in Linz begann Anton Bruckner 1841 als Schulgehilfe in Windhaag bei Freistadt, und arbeitet später als Lehrer in St. Florian. Zu dieser Zeit komponierte Anton einige Stücke, unter anderem auch die Windhaager Messe.

1855 starb der amtierende Linzer Domorganist, sodass ein Wettspiel zur Ermittlung seines Nachfolgers ausgerichtet wurde. Bruckner bewarb sich zunächst nicht, konnte jedoch schließlich überredet werden, am Wettbewerb teilzunehmen, welchen er aufgrund seiner virtuoser Orgelkunst für sich entschied und folglich am 8. Dezember jenen Jahres zum neuen Domorganisten der Ignatiuskirche (Alter Dom) ernannt wurde. Während dieser Tätigkeit widmete er sich zudem seiner Ausbildung. In dieser Zeit entstanden unter anderem die ersten größeren Instrumentalwerke: ein Streichquartett, eine Ouvertüre und die sogenannte Studiensinfonie. 1863 ließ Kitzler Bruckners Studien als erfolgreich absolviert gelten. Zwischen 1864 und 1868 entstanden nun mit den drei großen Messen in d-Moll, e-Moll und f-Moll sowie der Sinfonie Nr. 1 c-Moll die ersten Meisterwerke des Komponisten Bruckner.

Nach dem Tod seines Lehrmeisters übernahm Anton Bruckner dessen Stelle an der Universität in Wien. Als großer Fan von Richard Wagner widmete er seine dritte Sinfonie seinem großen musikalischen Vorbild. Der erwartete Erfolg blieb jedoch aus und sie wurde zudem von vielen Kritikern zerrissen. Der große Erfolg gelang Anton Bruckner durch die sehr erfolgreiche Uraufführung der siebten Sinfonie. Weitere musikalische Erfolgsuraufführungen waren die fünfte und sechste Sinfonie, deren Uraufführung Bruckner selbst nicht mehr erlebte.

Bereits gegen Ende der 1880er Jahre hatte sich Bruckners Gesundheitszustand allmählich verschlechtert. So wurden bei ihm unter anderem Diabetes und Herzschwäche diagnostiziert. Mit unermüdlicher Schaffenskraft schrieb er jedoch weiterhin an seiner neunten Sinfonie. Bei dieser Sinfonie wurden nur noch die ersten drei Sätze fertig; der vierte Satz blieb ein Fragment. Nach Bruckners Tod wurde sein Leichnam nach Sankt Florian überführt, wo er in der Stiftskirche unterhalb der Orgel begraben liegt.

Heute nimmt er als Künstlerpersönlichkeit in Oberösterreich eine besondere Rolle ein. So weisen zahlreiche Namensgebungen auf seine Sonderstellung hin, bis zum Versuch, ihn, ähnlich wie Mozart in Salzburg, auch fremdenverkehrsmäßig zu vermarkten. Eine Vielfalt an diversen Produkten wie beispielsweise die Brucknerlocke, Uhren und andere Gegenstände mit seinem Bild, Straßennamen, das Brucknerhaus, das Bruckner Orchester Linz, das Anton Brucknerzentrum in Ansfelden und anderes mehr unterstreichen diese Bemühungen.

Anton Bruckner ist auch im Interesse der Wissenschaft. So befasst sich das ABIL (Anton Brucknerinstitut Linz) mit Leben und Werk des großen Oberösterreichers.

Veranstaltungen

Markus Poschner © Frank Thomas Koch
25
Apr
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 7 E-Dur WAB 107

Lunchkonzerte - 12:30, Großer Saal

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26
Apr
Bruckner 7

Bruckner Orchester Linz & Markus Poschner - 19:30, Großer Saal

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Christoph Eschenbach © L. Piva
03
Jun
Wiener Philharmoniker | Christoph Eschenbach

Fortissimo - 19:30, Stift St. Florian, Stiftsbasilika

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