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Schostakowitsch Dmitri

Komponist

Biografie

 

Dmitri Schostakowitschs Leben in der Sowjetunion verlief zwischen Anpassung und Auflehnung, es war eine Gratwanderung, die sein Leben permanent belastete. Trotzdem blieb er in Russland und versuchte, sich mit den herrschenden Zuständen zu arrangieren. Musikwerke in der Sowjetunion sollten kämpferisch, heroisch und pathetisch klingen, dabei die nationale Folklore einbeziehen und auf eingängigen Melodien beruhen. Vor allem aber mussten sie, um den Vorschriften des Sozialistischen Realismus zu genügen, frei sein von „formalistischen Verirrungen“; als solche galt zum Beispiel die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte Zwölftontechnik.

Was war die Folge? Die Komponisten versuchten, ihre Werke den parteioffiziellen ästhetischen Maximen anzupassen – und es gelang ihnen doch, zwischen den Zeilen Kritik zu üben, wenn es auch auf den ersten Blick nicht immer zu erkennen war. 1948 komponierte Schostakowitsch sein Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll, die Uraufführung fand jedoch erst 1955 statt. Diese lange Periode hatte wohl auch in den politischen Umständen ihren Grund, denn 1948 war Schostakowitsch wieder einmal in Ungnade gefallen. Ihm wurde vorgeworfen, in seinen Werken „formalistische Verzerrungen und antidemokratische Tendenzen, die dem Sowjetvolk und seinem künstlerischen Geschmack fremd sind“, anzuwenden, wie in einer Veröffentlichung des Zentralkomitees zu lesen ist. Schostakowitsch verlor hierauf all seine Lehrämter und musste sich in der Provinz als Pianist durchschlagen, um seine Familie zu erhalten. Nur mehr die Sinfonien Nr. 5 und 7 durften aufgeführt werden, alle anderen Werke wurden verboten, die Partituren zum Teil sogar vernichtet.

Erst nach Stalins Tod im Jahre 1953 besserte sich die Situation für den Komponisten und er gab bekannt, dass er das Werk gründlich umarbeiten werde – nach den Grundsätzen der „volks-nahen sozialistischen Musik“. Doch waren die Änderungen nur kosmetisch, um die sowjetische Zensur zu besänftigen. Die Uraufführung des Violinkonzertes spielte der Widmungsträger David Oistrach am 29. Oktober 1955 in Leningrad, er meinte, „das Werk zeigt die gleichen Facetten im Talent des Komponisten, die uns in seiner 5. und 10. Sinfonie fesseln – eine fundierte Idee, starke, aber stets zurückgehaltene Gefühle und einen ausgeprägten Personalstil“.

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