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Grieg Edvard

Pianist, Dirigent

Biografie

 

Edvard Grieg gilt als der Begründer der nationalen norwegischen Schule: Er verhalf der Musik seiner Heimat zu Weltgeltung. Geboren wurde er 1843 im norwegischen Bergen, sein Vater war Kaufmann und britischer Konsul, seine Mutter Pianistin und Sängerin. Sie erteilte ihrem Sohn auch den ersten Musikunterricht. Von 1858 bis 1862 studierte Grieg Klavier und Musiktheorie am Konservatorium in Leipzig, anschließend in Kopenhagen. Dort begegnete er dem Komponisten Rikard Nordraak und gründete mit Hans Christian Andersen und Musikerkollegen die Konzertgesellschaft „Euterpe“ zur Pflege neuer skandinavischer Musik. Zwei Jahre später, 1866, übersiedelte er nach Oslo, das damals noch Christiania hieß. Sein Leben blieb unruhig, Grieg pendelte zwischen Christiania, Bergen und seinem Landhaus in Lofthus am Hardangerfjord, begab sich als Pianist und Dirigent oft auf lang ausgedehnte Konzertreisen durch Europa.

1871 gründete er in Oslo einen Volksmusikverein, den er bis 1880 leitete. 1868 zog sich Grieg auf eine Insel zurück, um an seinem Klavierkonzert a-Moll zu arbeiten, ein Jahr später wurde der 25-jährige Komponist von Liszt nach Rom eingeladen, um ihm einige seiner Werke zu zeigen. Liszt spielte das Klavierkonzert durch und war beeindruckt vom Können des jungen Edvard Grieg Kollegen. Als er im letzten Satz zu einer Stelle mit einer unerwarteten Harmonie kam, war Liszt begeistert, „unterbrach plötzlich, erhob sich in seiner vollen Größe, verließ das Klavier und ging mit gewaltigen theatralischen Schritten und erhobenem Arm durch die große Klosterhalle und sang nahezu brüllend das Thema. Beim oben erwähnten G streckte er wie ein Imperator seinen Arm aus und rief: ‚G, G, nicht Fis! Famos!‘“ Das Klavierkonzert, uraufgeführt vom Widmungsträger Edmund Neupert, begeisterte von Beginn an Publikum und Presse und führt, trotz aller offensichtlichen Verehrung für Robert Schumann, schon ganz in die nordische Musikwelt.

„Lieber Herr Grieg! Ich habe die Absicht, ‚Peer Gynt‘, der nun bald in der dritten Auflage erscheint, für die Bühne einzurichten. Wollen Sie die Musik dazu komponieren?“ Mit diesen Worten verhalf Henrik Ibsen 1874 dem Komponisten Edvard Grieg zu einem seiner größten Erfolge. Ibsen und Grieg hatten einander 1866 in Rom kennengelernt, waren aber nie Freunde geworden. Zu dieser Zeit arbeitete Ibsen an dem dramatischen Gedicht Peer Gynt nach der Vorlage norwegischer Feenmärchen von Peter Christen Asbjørnsen. Sie waren zwischen 1845 und 1848 unter dem Titel Norske Huldre- Eventyr og Folkesagn erschienen. In seinem Werk setzte sich Ibsen kritisch mit dem romantischen Nationalismus im Norwegen seiner Zeit auseinander. Grieg nahm den Auftrag an, das Theaterstück wurde am 24. Februar 1876 in Christiania (der Name der Hauptstadt Oslo zwischen 1624 und 1924) uraufgeführt.

Aus der dazugehörigen Musik stellte Grieg 1888 und 1891 die beiden Suiten zusammen, welche die Werkbezeichnungen Opus 46 und 55 tragen. Henrik Ibsens dramatisches Gedicht erzählt die Erlebnisse Peer Gynts, der mehr in der Fantasie als in der Wirklichkeit lebt. Mit fantastischen Lügengeschichten schwindelt er sich durch das Leben, wobei er sich den Ruf eines Angebers zuzieht. Bei der Hochzeit der reichen Bauerntochter Ingrid will außer der Häuslerstochter Solveig niemand mit ihm tanzen. Aus Rache entführt er die Braut ins Hochgebirge. Grieg erzählt die Geschichte von Peer Gynt in folgenden Sätzen musikalisch nach: Der Brautraub: Nach der Entführung in die Berge folgt Ingrids Klagelied. Am nächsten Morgen stößt er die Braut in Reue über seine Tat von sich. In der Halle des Bergkönigs: Am Morgen nach der Entführung versetzt sich Peer Gynt in die Halle des dämonischen Bergkönigs, wo er die mythische Trollprinzessin ehelichen soll. Als er erkennt, dass er dabei zum Troll wird, kämpft er gegen diese Verführung. In letzter Not ruft er seine Mutter Åse um Hilfe an, und die Halle stürzt ein.

Åses Tod: Grieg beschreibt, wie Åses Atem immer schwächer wird, bis sie tot ist. Morgenstimmung: Peer Gynt erlebt einen Sonnenaufgang an der afrikanischen Küste. Arabischer Tanz: Mithilfe unterschiedlicher Schlaginstrumente erzeugt Grieg die orientalische Färbung des Tanzes. Anitras Tanz: Viele Jahre später sieht sich Peer Gynt als Prophet in Marokko. Er lässt seiner Fantasie freien Lauf und wird von Anitra, der Häuptlingstochter, verehrt und verwöhnt. Grieg setzt diesen aufreizenden, werbenden Tanz in ein Tempo di Mazurka. Peer Gynts Heimkehr: Über das tosende Meer, durch Sturm und Wetter kehrt Peer Gynt heim. Solveigs Lied: Solveig hat all die Jahre auf Peer Gynt gewartet. Über ihr Lied schreibt der Komponist, dass er sonst nicht von Volksliedern beeinflusst war, doch: „Ausgenommen sind die Lieder, in denen Lokalkolorit eine Hauptrolle spielen musste, wie zum Beispiel Solveigs Lied.“

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