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Berlioz Hector

Komponist

Biografie

 

Hector Berlioz lag die Partitur seiner Konzertouvertüre Le Carnaval  romain immer besonders am Herzen – er bezeichnete sie als seine „liebste Partitur, lebendiger, frischer, neuartiger (und das ist einer ihrer größten Fehler) als alle meine anderen Werke“.    Die Ouvertüre ging aus der Umarbeitung der Oper Benvenuto Cellini hervor, die bei der Uraufführung durchgefallen war. Diese erste Oper von Berlioz ist ein gutes Beispiel dafür, wie Aufführungen eines Musikwerkes den jeweils herrschenden Bedingungen neu angepasst wurden.

Streichungen hier, Hinzufügungen dort, Neueinteilungen der Akte, Uminstrumentierungen oder gar der Austausch einzelner Figuren: Dieses Schicksal teilte die 1838 in Paris uraufgeführte Oper Benvenuto Cellini mit zahlreichen anderen Werken ihrer Zeit. Aus der Vielzahl von Eingriffen und Änderungen entstanden drei unterschiedliche Fassungen: Die ersten beiden stammen aus der Pariser Zeit um 1838, während die dritte das „Arbeitsergebnis“ späterer Aufführungen in Weimar darstellt. Schon der allererste Entwurf wurde abgelehnt, die Pariser Uraufführung einer überarbeiteten Fassung geriet zu einer Katastrophe: „Bei der Premiere bereitete man der Ouverture einen übertriebenen Erfolg und zischte alles Übrige mit bewundernswerter Einmütigkeit und Energie aus. Nun sehen Sie, wir taten unrecht zu glauben, ein Libretto, in dem es um ein künstlerisches Interesse, eine Künstlerleidenschaft geht, könne dem Pariser Publikum gefallen. Man produziert Broschüren pro und contra. Es ist ein Handgemenge, in dem meine Verteidiger fast ebenso viele Torheiten vorbringen wie meine Verleumder.“ So beschrieb der Komponist selbst die Wirkung seiner Oper, an die er felsen fest glaubte: „Ich habe soeben meine arme Partitur mit Sorgfalt und kaltblütiger Unparteilichkeit wieder gelesen“, schrieb er später in seinen Memoiren, „und kann nicht umhin, eine Fülle von Gedanken, eine stürmische Verve, einen Glanz der musikalischen Färbung darin zu finden, die ich vielleicht nie mehr erreichen werde und die ein größeres Lob verdient hätten.“ 1844 erschien die Oper in „neuem“ Gesicht: Als Ouvertüre Le Carnaval romain lebt sie weiter.

 

 

 

 

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