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Schmidinger Helmut

Komponist, Konzertorganisator

Biografie

 

Er hat sich einen Namen als unverzichtbare, umtriebige und vielseitige Figur in der Szenerie der zeitgenössischen Musik Oberösterreichs gemacht: Helmut Schmidinger, Komponist, Musikvermittler, Konzertorganisator, Musiklektor und Notengrafiker. Er ist einer, der die Musik in all ihren Möglichkeiten liebt und lebt, bietet sie ihm doch ein breites Feld, auf dem sich der Künstler "austoben" kann. Seine musikalische Ausbildung begann auf dem Klavier, im Anschluss daran studierte Schmidinger Klavier und Oboe an der Musikhochschule Mozarteum in Salzburg, etwas später folgte dann Komposition. Zusätzlich besuchte er Meisterkurse, um unter anderem auch Erfahrungen auf dem Gebiet der Computermusik und Live-Elektronik zu gewinnen. Nach Abschluss seiner Studien entschloss sich Helmut Schmidinger schließlich für ein breit gefächertes Tätigkeitsfeld im Dienste nicht nur der Neuen Musik: So unterrichtet er unter anderem im heimischen Landesmusikschulwerk, ist erfolgreicher Veranstalter mehrerer Konzertreihen mit Schwerpunkt Neue Musik und als Bundesländerreferent des Österreichischen Komponistenbundes kümmert sich Schmidinger um das Schaffen seiner komponierenden KollegInnen.

Im Zentrum allerdings steht der Komponist Helmut Schmidinger, dessen Werk sich weit über die heimischen Grenzen hinaus großer Beliebtheit erfreut und für das er bereits mehrfach mit nationalen und internationalen Preisen und Stipendien bedacht wurde. Sowohl der Wiener Concert- Verein (2005/06) als auch das Festival Loisiarte (2008) holten ihn als Composer in Residence. Im kompositorischen OEuvre des Welsers finden sich fast alle Gattungen - vom Musiktheater über Solokompositionen bis hin zu Vokalwerken reicht die Palette der bisher geschaffenen Stücke. Dabei ist es für Schmidiger wichtig, so zu komponieren, dass seine Musik für den/ die Zuhörer/in zugänglich und verständlich ist. Musik für jeden - verständlich, dass ihm nach dem Anton Bruckner Stipendium das Landes OÖ im Jahre 2006 zuletzt 2009 auch das Staatsstipendium für Komposition des Bundesministeriums zuerkannt wurde. 2002 entstand "Nur ein Hauch! - und er ist Zeit", ein Auftragswerk des Kammerorchesters Linz Land und "eine phantastische Fortschreibung von Schuberts D 703 für Streichquartett", wie Schmidinger dem Werktitel hinzufügte.

"Vom Quartettsatz D 703 existieren 41 Takte von Schuberts Hand - dann bricht die Komposition ab. Die für mich seitens des Auftraggebers vorgegebene sehr heikle Aufgabenstellung der 'Fortschreibung' habe ich versucht, durch eine inhaltliche Klammer mit Hilfe einer außermusikalischen Rahmenhandlung zu lösen. Der Text, der entweder von den Ausführenden gesprochen oder im Programmheft abgedruckt werden kann, ist ein dramaturgisches Exzerpt aus Schuberts eigenhändig niedergeschriebenem 'Traum' vom 3. Juli 1822, wobei der Handlungsstrang nicht das vorwiegende Textauswahlkriterium war, sondern mehr der schubertsche Seelenzustand zwischen 'traumhaft' und 'traumatisch' Gegenstand der Betrachtung ist. Der Titel dieses Werkes ist ein Vers aus Schuberts Gedicht 'Die Zeit' vom Mai 1813 und soll andeuten, dass der Traum zwar 'nur ein Hauch' ist, aber durch das subjektive Empfinden und Erinnern daran zur 'realen' Zeit wird oder zumindest als solche erlebbar gemacht werden kann."

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