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Golijov Osvaldo

Komponist, Pianist

Biografie

 

 Bevor sich Osvaldo Golijov im Jahr 1996 endgültig in den USA niederließ und an der University of Pennsylvania bei George Crumb promovierte, hatte er bereits ein bewegtes Künstlerleben und etliche Lebensmittelpunkte auf der ganzen Welt hinter sich. Seit mehr als 20 Jahren unterrichtet er nun am College of the Holy Cross in Worcester und am Boston Conservatory. „Ich wuchs in den 60er-Jahren in einer argentinischen Kleinstadt auf, und dort gab es keine Konzerte mit großen Orchestern. Meine frühesten musikalischen Erinnerungen gelten meiner Klavier spielenden Mutter und den Klängen der Schallplattensammlung meiner Eltern. Die Platten waren meine Musikschule und das Tor zu einer verzauberten, imaginären Welt aus Klängen und Bühnendramatik“, erinnert sich Osvaldo Golijov an seine Kindheit. Der am 5. Dezember 1960 geborene Osvaldo Golijov wuchs als Kind einer orthodoxen Jüdin aus Rumänien und eines atheistischen Russen im argentinischen La Plata auf, wo er Klavier und Komposition studierte.

1983 übersiedelte er nach Jerusalem, um dort musikalische Traditionen unterschiedlicher Kulturen kennenzulernen. Das Studium bei Mark Kopytman und die dortige jüdisch-liturgisch- und Klezmer-Musik sowie der neue Tango von Astor Piazzolla prägten den jungen Komponisten. Er arbeitete mit einer Rockgruppe, einer rumänischen Kapelle und Tabla-Virtuosen zusammen, Anfang der 1990er-Jahre begann Golijovs intensive Partnerschaft mit dem Kronos Quartet; er schuf viel beachtete Soundtracks zu Filmen von Francis Ford Coppola und seine Werke erklingen heute bei namhaften Festivals auf der ganzen Welt. Im Jahr 2000 eroberte die Uraufführung von Golijovs Markus-Passion (La Pasión según San Marcos) die musikalische Welt im Sturm. Das Werk wurde von Helmuth Rilling für das Europäische Musikfest in Stuttgart anlässlich des 250. Todestages von Johann Sebastian Bach in Auftrag gegeben. Die Aufnahme davon wurde für zwei Grammys nominiert, wie viele weitere von Golijovs Tonträgern. Die Passion war auch Mittelpunkt des vom Lincoln Center veranstalteten Festivals The Passion of Osvaldo Golijov im Jahr 2006.

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