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Respighi Ottorino

Komponist, Bratschist

Biografie

 

Die Karriere von Ottorino Respighi, geboren 1879 in Bologna, ging steil bergauf. In seiner Heimatstadt studierte er neben Klavier auch Geige und Bratsche. Im Jahr 1900 ging Ottorino Respighi nach St. Petersburg, um sich dort als Bratschist seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Bei Rimski-Korsakow, dem er in dieser Stadt begegnete, nahm er auch Kompositionsunterricht, ebenso bei Max Bruch in Berlin.

1913 wurde er zum Professor für Komposition am Conservatorio di Santa Cecilia in Rom ernannt, 1924 bis 1926 war er Direktor dieses Institutes – ein Posten, den der Komponist aufgrund des hohen bürokratischen Aufwandes nur ungern ausführte und den er auch so rasch wie möglich wieder abgab. Die berühmtesten Werke Respighis, die sich bis heute immer wieder in Konzertprogrammen finden, sind Teile einer Trilogie römischer Tondichtungen, einer Reverenz an die Stadt, Dmitri Schostakowitsch 6 in der der Komponist den größten Teil seines Lebens verbrachte: Fontane di Roma, Pini di Roma und Feste Romane. Im Unterschied zu den Tondichtungen Richard Strauss’ oder Franz Liszts fühlte sich Respighi in seinen römischen Tondichtungen einem bildhaften Realismus verpflichtet, der sich mehr an Strauss orientiert als an den französischen Expressionisten Debussy und Ravel. Respighis Eigenart der sinfonischen Dichtung ist nicht einsätzig wie bei Strauss oder auch Liszt, sondern orientiert sich an der Viersätzigkeit der klassischen Sinfonie, wobei die einzelnen Sätze ineinander übergehen. Die Partitur von Fontane di Roma enthält detaillierte Beschreibungen der von der Musik dargestellten Einzelheiten. Die einzelnen Teile werden von Respighi folgendermaßen beschrieben: 1. „Eine Hirtenlandschaft. Schafherden ziehen vorüber und verlieren sich im frischfeuchten Dunst.“ 2. „Hörnerklang über trillerndem Orchester eröffnet den zweiten Teil. Es ist gleichsam ein freudvoller Signalruf, auf den Najaden und Tritonen in Scharen herbeieilen, sich gegenseitig verfolgend, um dann einen zügellosen Tanz inmitten der Wasserstrahlen auszuführen.“ 3. „Ein feierliches Thema ertönt über den Wogen des Orchesters: die Trevi-Fontäne zu Mittag. Das feierliche Thema geht von den Holz- auf die Blechbläser über und nimmt Ottorino Respighi _7 triumphierenden Charakter an. Fanfaren erklingen: Auf leuchtender Wasserfläche zieht der Wagen Neptuns, von Seepferdchen gezogen, mit einem Gefolge von Sirenen und Tritonen vorbei. Der Zug entfernt sich, während gedämpfte Trompetenstöße von Ferne widerhallen.“ 4. „Die Fontäne der Villa Medici in der Abenddämmerung kündigt sich durch ein trauriges Thema an, das sich über einem leisen Geplätscher erhebt. Die Luft ist voll Glockenklang, Vogelgezwitscher, Blätterrauschen. Alsdann erstirbt dies alles sanft im Schweigen der Nacht.“

Der zweite Teil der römischen Trilogie, sieben Jahre nach dem ersten Teil im Jahre 1924 entstanden, widmet sich den Pinien von Rom, Pini di Roma. Auch hierzu verfasste Respighi ein genaues Programm: Am Beginn steht ein Scherzo, spielende Kinder im Park der Villa Borghese „tanzen Ringelreih’n, führen Militärmärsche auf und berauschen sich an ihrem eigenen Geschrei“. Der zweite Teil führt in die Katakomben: „Aus der Tiefe dringt ein wehmütiger Gesang zu uns. Er erhebt sich zu feierlicher Hymne und verklingt dann wieder.“ Im dritten Teil porträtiert Respighi die Pinien auf dem Hügel Janiculum, der auch heute noch eine atemberaubende Aussicht über Rom bietet: „Ein Zittern geht durch die Luft. In klarer Vollmondnacht wiegen die Pinien sanft ihre Wipfel. In den Zweigen singt eine Nachtigall.“ In Pianissimo beginnt der vierte Teil, Die Pinien der Via Appia. „Undeutlich, aber immer wieder, glaubt man, den Rhythmus zahlloser Schritte zu hören. Unter dem Geschmetter der Buccinen [Trompeten] naht ein Konsul mit seinem Heer, um im Glanz der neuen Sonne zur Via Sacra und zum Triumph aufs Kapitol zu ziehen.“ Die Uraufführungen der Werke 1917 und 1924 wurden nicht einhellig positiv aufgenommen, das Publikum begann zu zischen und zu pfeifen – doch am anhaltenden Erfolg der Trilogie konnte dies nichts ändern. Die Popularität der römischen Trilogie lässt sich auch aus ihrer „Weiterverarbeitung“ ablesen: In Walt Disneys Film „Fantasia 2000“ tollen Buckelwale zu den Respighi’schen Romklängen herum.

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