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Steinmetz Werner

Komponist, Trompete und Klavier

Biografie

 

"Musik soll das menschliche Herz, das Gehirn und somit den Menschen als Ganzes erreichen, um so jene Sensibilität im Menschen zu wecken, zu der Musik fähig sein kann." So formulierte Werner Steinmetz 1995 seinen Zugang zur Musik und zum eigenen Komponieren. Man kann den 1959 im niederösterreichischen Kirchschlag geborenen Komponisten durchaus als Spätberufenen bezeichnen, dafür aber auch als einen, der aus eigener Musizierpraxis weiß, was er MusikerInnen und ZuhörerInnen abverlangen darf.

Dabei war der Wunsch, sich kompositorisch auszudrücken, schon früh vorhanden, genauer gesagt bereits als Musikschüler, der bei Vortragsabenden eigene Stücke zum Besten gab. Und auch während seiner Studienzeit an der Musikhochschule Graz (Expositur Oberschützen; Trompete und Klavier) sowie an der Musikhochschule Wien (Trompete) entstanden Werke, ohne allerdings je den Gedanken aufkommen zu lassen, Komposition zu studieren. Steinmetz schrieb vielmehr für den eigenen Gebrauch, für Freunde und zur eigenen Freude.

Als er 1983 Mitglied des Bruckner Orchesters Linz wurde, siegte die Verpflichtung über den Wunsch. Sieben Jahre später dann aber sein großer Durchbruch als Komponist - und der gleich im Wiener Konzerthaus: Die "Austrian Drums and Mallet Corporation" brachte "My Music", sein op. 1, dort sehr erfolgreich zur Aufführung und stellte ihn damit ins Licht der Öffentlichkeit. Seither ist dieses Licht immer heller und größer geworden und Werner Steinmetz aus der Riege der heimischen Komponisten nicht mehr wegzudenken. Weltweit spielen renommierte Ensembles und Orchester heute seine Musik, dass er trotz seiner umfangreichen Tätigkeiten als Trompeter, Keyboarder und Dirigent die Zeit zum Komponieren findet, scheint fast unmöglich und ist nur mit viel Arbeit, gutem Zeitmanagement und der gelegentlichen Unterstützung seiner OrchesterkollegInnen zu schaffen.

 Sowohl das Konservatorium der Stadt Wien als auch der Wiener Concert-Verein wählten ihn zum Composer in Residence (2003/04 und 2008/09), das Land OÖ verlieh ihm nach dem Landeskulturpreis für Musik als Anerkennung für seine Arbeit 2008 auch das Anton-Bruckner-Stipendium. In seiner Musik orientiert sich Werner Steinmetz lediglich an seiner ganz persönlichen Vorstellung und der ihm innewohnenden Kreativität. Allen aktuellen Strömungen und Gegenströmungen, jeder möglichen "Schubladisierung" weicht er bewusst aus, seine Werke sprechen eine Sprache, in der künstlerische Ideen und Anforderungen an den/ die Interpreten/in keinen Widerspruch eingehen. Effekthascherei oder Anbiederung an gerade Modernes liegen Steinmetz dabei fern.

1999 entstand das Streichquartett Nr. 1 und erlebte im selben Jahr im Linzer Brucknerhaus seine Uraufführung durch das Quartett Ambassador. Christian Heindl schreibt über die Komposition: "Mit lang gehaltenen dunklen Tönen des Violocellos und einem wiederkehrenden fragenden kleinen Terzschritt beginnt Werner Steinmetz' erstes Streichquartett. Ratlos geben die Instrumente Antwort. Aus der Terz entwickelt sich der Beginn eines melodischen Verlaufs, der nun quasi als 'Hauptthema' in raschem Tempo als dialogisierendes Miteinander gestaltet ist. Verdichtung in eine nahezu orchestrale Flächigkeit. Rücknahme. Neue Ungewissheit. Ein Quasi-Stillstand, durch Einwürfe des Cellos gebrochen, beendet vorerst die Materialvorstellung. Abermals setzt die rasche gemeinsame Bewegung ein und rundet diesen Abschnitt. Mit ruhig fließenden Haltetönen und wie Fragen anmutenden Intervallbewegungen erfolgt eine Attacca-Überleitung in einen verinnerlichten Teil. Wehmut, Trauer scheinen die Oberhand zu gewinnen, doch das Anziehen des Tempos lässt keinen Raum für bleibende Resignation. Erneute Beruhigung. Ersterben. Die Terz des Beginns setzt ein, nunmehr handelt es sich jedoch um eine große Terz, womit vage eine Moll-Dur-Entwicklung angedeutet ist. Die Versuche der Antworten durch die Mitspieler werden wieder aufgegriffen. Doch das resignative Element erhält keine Durchsetzungskraft mehr zugebilligt: Ein kurzer strettaartiger Aufstieg führt zum gemeinsamen Schlussklang."

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