Internationales Brucknerfest Linz 04. September bis 11. Oktober 2018

Anton Bruckner (04. September 1824 bis 11. Oktober 1896)

"Was du ererbt von deinen Vätern" - Bruckner und die Tradition

Zwar beschrieb Nikolaus Harnoncourt ihn einmal als „Meteor [...] von einer anderen Galaxie“, der regelrecht „in die Musikgeschichte hineinexplodiert“ sei, doch war Josef Anton Bruckner, geboren 1824, im Jahr der Uraufführung von Beethovens 9. Sinfonie, als Musiker fest in der Tradition verwurzelt, vor allem jener der Kirchen- und Volksmusik, aber auch der des weltlichen Chorwesens. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der liturgischen Choralpraxis zu, mit der Bruckner seit seiner Zeit als Sängerknabe im Stift St. Florian vertraut war, sowie oberösterreichischer Volksmusik, die sein bevorzugtes Repertoire darstellte, wenn er zur Aufbesserung seines kargen Schulgehilfen-Solds bei Dorffesten oder Hochzeiten als Geiger zum Tanz aufspielte, und deren Nachhall sich in seinem späteren sinfonischen Werk wiederfindet.

Der musikalischen Herkunft und Sozialisation des „Lehrerorganisten“ aus Ansfelden sowie seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit der kompositorischen Tradition lauscht das Internationale Brucknerfest Linz 2018 nach. Im Zentrum stehen folglich einerseits Werke, mit denen Bruckner durch seine Lehrer bekannt gemacht wurde oder die er während seiner Ausbildung im Kloster St. Florian und in Linz sowie auf Reisen kennenlernte, andererseits jene Kompositionen, auf die Bruckner sich unmittelbar bezog und die ihm hinsichtlich des Strukturmodells oder der Tonartendramaturgie als Vorbilder dienten.

Indem es Bruckners musikalischen Horizont in seiner ganzen Breite und Vielfalt hörbar macht und die Galerie seiner Ahnen gleichsam zum Klingen bringt, führt das Internationale Brucknerfest Linz 2018 eindrücklich vor Ohren, dass der Komponist keineswegs unvorbereitet und ohne Traditionsbezug in die Musikgeschichte ‚eingeschlagen‘ ist, wie ein vom Himmel gefallener Meteorit. Mit diesem Wissen wird man Bruckners Werke anders hören, seine schöpferische Entwicklung zu einsamen kompositorischen Höhen darum jedoch nicht weniger bewundern.

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