Alexander Gergelyfi © Dan Safier
Mo 29 Apr 19:30
Mittlerer Saal Brucknerhaus Linz
Breath of Zephyr
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Primavera a Catalunya

Das vom jungen Linzer Cembalisten Alexander Gergelyfi und dem aufstrebenden Geiger Thomas Reif gegründete Ensemble Breath of Zephyr gestaltet in der Reihe Stars von morgen am 29. April ein abwechslungsreiches musikalisches Porträt des spanischen Komponisten Padre Antonio Soler, dessen Werke, darunter der berühmte Fandango, voller Einfallsreichtum den eleganten Stil des Spätbarock mit Elementen der iberischen Volksmusik und der Frühklassik zu einer melodiösen, tänzerischen und temperamentvollen Tonsprache verbinden, die näher kennenzulernen sich lohnt.

Beim diesem Konzert ist allerdings nicht nur die phantastisch farbenreiche Musik von Soler zu entdecken, sondern auch ein ganz besonderes Instrument zu bewundern: Der Hammerflügel, den der aus Linz stammende Cembalist Alexander Gergelyfi spielen wird, ist eine Kopie von Keith Hill (Manchester/USA 2000) nach dem Original des berühmten italienischen Instrumentenbauers Bartolomeo Cristofori (Florenz 1726), der als einer der wichtigsten Entwickler des Klaviers gilt.

Das Instrument verfügt über einen Tonumfang von FF bis g3, also fünf Oktaven und zwei Töne. Es ist vollständig mit Messing besaitet. Der Hammer eines jeden Tones schlägt auf zwei gleich hoch gestimmte Saiten, Chöre genannt. Ferner verfügt das Pianoforte über ein Kniepedal, welches beim Betätigen sämtliche Dämpfer aufhebt, ähnlich dem rechten Pedal eines modernen Flügels. Außerdem hat es einen sogenannten Una-corda-Hebel. Wird dieser betätigt, verschiebt sich die gesamte Klaviatur minimal nach rechts, sodass der Hammer nur noch eine Saite trifft und das Hammerklavier leiser klingt. Man kennt dies vom linken Pedal des modernen Flügels. Gefasst ist das Instrument außen in roter und innen in blauer Farbe; im 18. Jahrhundert waren das die teuersten Pigmente. Die roten Zargen sind mit sogenannten Chinoiserien geschmückt, denn gerade ab dem späten 17. Jahrhundert waren aus Japan und China importierte Möbel und Porzellanartefakte überaus beliebt. So beliebt, dass man die exotischen Verzierungen auch auf den europäischen Instrumenten anbrachte. Das Instrument hat Gergelyfi mit Bedacht ausgewählt, denn ein baugleiches Pianoforte aus der Werkstatt von Cristofori stand auch im Escorial und war Antonio Soler daher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bekannt. 

Die originelle Musik Solers können Sie also im Wortsinne im Originalklang genießen! 

Programm

Antonio Soler (1729–1783)

Quintett Nr. 1 C-Dur, R. 225.1, aus: Seis Quintetos para dos Violinos, Viola, Violoncelo y Órga ó Clave obligado, op. 1 (1776)

Cembalosonate Nr. 65 a-moll, R. 65 (1777)

Quintett Nr. 4 a-moll, R. 225.4, aus: Seis Quintetos para dos Violinos, Viola, Violoncelo y Órga ó Clave obligado, op. 1 (1776)


- Pause -


Quintett Nr. 3 G-Dur, R. 225.3, aus: Seis Quintetos para dos Violinos, Viola, Violoncelo y Órga ó Clave obligado, op. 1 (1776)

Fandango für Cembalo d-moll, R. 146 (um 1770)

Quintett Nr. 5 D-Dur, R. 225.5, aus: Seis Quintetos para dos Violinos, Viola, Violoncelo y Órga ó Clave obligado, op. 1 (1776)

Besetzung

Breath of Zephyr

Thomas Reif | Violine

Christine Beimel | Violine

Sarina Zickgraf | Viola

Julia Hagen | Violoncello

Alexander Gergelyfi | Pianoforte

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