Thomas Sanderling © Mikhail Vaneev
Di 18 Juni 19:30
Grosser Saal Brucknerhaus Linz
Nationales
Sinfonieorchester
der Ukraine
& Thomas Sanderling
vergangene Veranstaltung
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Göttliche Gedichte

„Unter welche Rubrik gehört eigentlich dieser Zarathustra?“ fragte sich der Autor des Buches Also sprach Zarathustra, Friedrich Nietzsche. Und seine Antwort lautete; „Ich glaube beinahe, unter die Symphonien.“ Richard Strauss nahm den Philosophen beim Wort und komponierte „frei nach Friedrich Nietzsche“ die Tondichtung Also sprach Zarathustra, die zu seinen populärsten Werken zählt, vor allem seit Stanley Kubrick ihren fanfarenartigen Beginn, der den Aufgang der Sonne beschreibt, in seinem Film 2001: Odysee im Weltraum verwendete.

Ebenfalls von Nietzsche inspiriert ist Alexander Skrjabins 3. Sinfonie Le divin poème (Göttliches Gedicht), die er zwischen 1902 und 1904 komponierte. Skrjabin war fasziniert von Nietzsches Idee, dass der schöpferische Geist in der Lage sei, die Welt zu einem höheren Dasein zu erheben. „Held“ der Sinfonie ist der freie, gottähnliche Mensch. Im ersten Satz schildert die Musik, wie dieser freie gegen den versklavten Menschen kämpft, der sich Göttern und Götzen unterworfen hat. Im zweiten Satz gibt sich der freie Mensch, seiner Möglichkeiten noch nicht wirklich bewusst, sinnlichen Wonnen hin, um im Finale diese Schwäche schließlich zu überwinden und zu einem echten freien Dasein zu gelangen.

Am Pult des Nationalen Sinfonieorchester der Ukraine steht Thomas Sanderling.

Programm

Richard Strauss (1864–1949)

Also sprach Zarathustra. Tondichtung (frei nach Friedrich Nietzsche), op. 30

Alexander Skrjabin (1872–1915)

Sinfonie Nr. 3 c-moll, op. 43 Le divin poème


Zugabe


Mykola Lyssenko (1842–1912)/Borys Ljatoschynskyj (1895–1968)

Ouvertüre zur Oper Taras Bulba (1880–91, 1937)

Besetzung

Nationales Sinfonieorchester der Ukraine

Thomas Sanderling | Dirigent