Stiftsbasilika St. Florian © Stift St. Florian
Fr 23 Aug 19:30
Stiftsbasilika St. Florian
Sinfoniekonzert
„Die Zweite“

BRUCKNER HAT SEINE URSPRÜNGLICHE VISION DER II. SinfONIE NIEMALS SELBST GEHÖRT

Nach der IX. Beethoven scheint eine Steigerung in der Sinfonik des 19. Jhs. kaum vorstellbar, nahezu übermenschlich. Franz Schubert: „Wer vermag, nach Beethoven noch etwas zu machen?“. Daher dominieren die Oper und hier vor allem Richard Wagner die Entwicklung der Musikwelt. – Wird es je eine Fortsetzung und Zukunft der „Großen Sinfonie“ geben? Bruckner, als Kirchenmusiker bereits etabliert, als Organist längst in ganz Europa legendär, lässt neue Visitenkarten drucken: „Anton Bruckner. Sinfoniker“. 1871/72 legt er in einem ersten „Wurf“ seine Zweite mit mehr als 2000 Takten als seinen ureigenen Prototypen der Großen Sinfonie vor.

Doch bereits vor der Uraufführung 1876 kürzt der Meister selbst – wenngleich von seinem Förderer Hofkapellmeister Herbeck dazu bewogen – den musikalischen Traum radikal, „um das Publikum nicht zu überfordern.“ Im Lebensweg der II. paaren sich somit bis heute manche charakteristischen Aspekte von Bruckners Leben und Schaffen: Kühne Vision mit anpassungsfähigem Pragmatismus; Originalität und Autonomie mit kompromissbereiter Beeinflussbarkeit; Kompositorische Reife und Selbstsicherheit mit ambivalenter Umarbeitungs-Wut.

Die II. wird heute zumeist in ihren zahlreichen späteren, „reiferen“ (?) Versionen aufgeführt. Das Notenmaterial der allerersten „ungehörten“ Fassung liegt im Archiv des Stiftes Sankt Florian. Der bedeutende BrucknerForscher William Carragan hat daraus Bruckners erste unangetastete „Vision zur Restauration der Großen Sinfonie“ rekonstruiert. Das Festival 2019 wird diese „visionären symphonischen Dimensionen“ wieder erlebbar machen. Diesmal hört der Meister mit.

Klaus Laczika

Besetzung

Altomonte Orchester