22.03.2021

Wir trauern um Hanni Rittenschober

Wie wir heute erfahren haben ist Hanni Rittenschober kurz nach ihrem 100. Geburtstag am 19. März verstorben. An ihrem 99. Geburtstag, am 10. März 2020, war die Uraufführung von Hanni, einem Monolog von Franzobel mit der Musik von Gerhard Resch, als Auftragswerk des Brucknerhauses geplant. Dieser Monolog behandelt das außergewöhnliche Leben dieser einzigartigen Frau, die aus ärmsten Verhältnissen stammt, der das Leben böse mitspielte, die aber dennoch ihren Optimismus und ihre Lebensfreude niemals verloren hat. In Zeiten der staatlichen verordneten Inhumanität unter dem NS-Regime hat sie stets auf ihr Herz gehört und mutig im Rahmen ihrer Möglichkeiten sogar den Häftlingen des KZ Gusen geholfen. Nach dem Krieg, aus dem ihr Mann traumatisiert zurückkehrte und ihr in den wenigen Jahren, die ihm noch blieben, alles andere als eine Stütze war, hat sie ihre sechs Kinder unter größter Opferbereitschaft allein großgezogen.

Die geplante Uraufführung von Hanni fiel dem ersten Lockdown zum Opfer. Auch der ursprünglich anvisierte Ersatztermin am 31. Jänner dieses Jahres konnte Corona-bedingt nicht über die Bühne gehen. Wie gerne hätten wir die Uraufführung von Hanni, die nun für den 25. Juni 2021 angesetzt ist, mit Hanni Rittenschober gemeinsam gefeiert. Sie selbst hatte sich so sehr auf diese Aufführung gefreut. 

Das Brucknerhaus Linz trauert um Hanni Rittenschober, die uns stets ein leuchtendes Vorbild bleiben wird. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie, der wir unser tief empfundenes Beileid aussprechen.

Hanni Rittenschober © Georg Buxhofer
Hanni Rittenschober © Georg Buxhofer
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