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Paradise Lost – Bruckner Orchester Linz, Nicole Heesters, Thomas Sanderling

27
Jan
Konzerte - Sonntagsmatinee
Sonntag, 11:00, Großer Saal

1881 in Wien geboren, von Gustav Mahler als Korrepetitor an die Wiener Hofoper geholt, erlangte der Komponist Karl Weigl in seiner Heimat relativ rasch Berühmtheit. Wilhelm Furtwängler und George Szell nahmen sich seiner Werke an, ebenso das Busch- und das Rosé-Quartett, Stars der Oper sangen seine Lieder. Doch die Machtergreifung der Nationalsozialisten setzten all dem ein jähes Ende: Seiner jüdischen Abstammung wegen musste Karl Weigl in die USA emigrieren, wo er sich vor allem als Lehrer über Wasser hielt. 1949 ist er in New York gestorben.

Dass seine Musik nach 1945 in Europa vergessen blieb, hat vor allem damit zu tun, dass er – obwohl mit Arnold Schönberg und dessen Kreis in engem Kontakt stehend – den Schritt zur Atonalität und zur Zwölftontechnik nicht mitvollzog, sondern bis zuletzt seinem spätromantisch-expressionistischen Idiom treu blieb. Das galt nach 1945 als „rückständig“, erst in den letzten zwanzig Jahren fand diesbezüglich ein Umdenken statt. Es ist daher an der Zeit, an diesen großen Musiker zu erinnern, vielleicht sogar eine Karl Weigl-Renaissance einzuläuten.

Zwischen 1942 und 1945, als der Zweite Weltkrieg tobte und im Holocaust der Rassenwahn der Nazis seinen bestürzenden Höhepunkt erreichte, komponierte Karl Weigl seine 5. Sinfonie, der er den Beinamen Apokalyptische gab. Er selbst konnte diese Sinfonie nie hören, sie wurde erst am 27. Oktober 1968 in New York unter Leopold Stokowski posthum uraufgeführt. Gegenwärtig ist es vor allem der Dirigent Thomas Sanderling, der sich für Weigls Musik stark macht und im Brucknerhaus die Europäische Erstaufführung der 5. Sinfonie leitet.

Außerdem steht die österreichische Erstaufführung der einzigartigen Genesis-Suite auf dem Programm, die Werke von sieben Komponisten, darunter so bekannte Namen wie Schönberg, Milhaud, Castelnuovo-Tedesco und Strawinski, zu einem Gesamtkunstwerk aus Musik, Sprache und Gesang verbindet. 1945 uraufgeführt, geriet diese Suite zunächst in Vergessenheit, im Jänner 2018 hat Sir Simon Rattle in London auf ihre Bedeutung aufmerksam gemacht.

Herr Sanderling wurde gerade für einen ICMA-Preise nomimiert, und zwar mit der folgenden Aufnahme:

Label Accentus
Philharmonia Orchestra
Violinkonzerte von Sibelius und Stravinsky
Zhi Jong WANG
http://accentus.com/discs/stravinsky-and-sibelius-violin-concertos-zhi-jong-wang-philharmonia-orchestra#more-3966

ICMA: https://www.icma-info.com/icma-jury-nominates-319-releases-for-the-2019-awards/#more-2419

Im Jahr 2016 wurde er auch mitfolgender Aufnahme ebenfalls für ein ICMA nominiert:

https://www.challengerecords.com/products/14725565915309

PROGRAMM

ARNOLD SCHÖNBERG (1874–1951)
NATHANIEL SHILKRET
(1889–1982)
ALEXANDRE TANSMAN
(1897–1986)
DARIUS MILHAUD
(1892–1974)
MARIO CASTELNUOVO-TEDESCO
(1895–1968)
ERNST TOCH
(1887–1964)
IGOR STRAVINSKIJ
(1882–1971)

Genesis Suite (1943–45) [Österreichische Erstaufführung]

- Pause -

KARL WEIGL (1881-1949)
Sinfonie Nr. 5 Apocalyptic (1942-45) [Eurpäische Erstaufführung]

MITWIRKENDE
 

Nicole Heesters Sprecherin
Franz Grundheber
Sprecher
Slowakischer Philharmonischer Chor
Bruckner Orchester Linz
Thomas Sanderling
Dirigent


 

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Preis: Euro 52,- / 44,- / 38,- / 31,- / 23,- / 15,- // Jugendkarte: 10,-