Meike Droste © René Fietzek
Sa 16 Sep 19:30
Main Hall Brucknerhaus Linz
Klassische
Klangwolke 23

Muse, Opfer, Täterin

Nicht nur Frauen als Interpretinnen und Komponistinnen stehen beim Internationalen Brucknerfest Linz 2023 im Mittelpunkt, sondern auch die Rolle der Frau als Inspirationsquelle in Gestalt historischer, literarischer oder, wie im Fall der Klassischen Klangwolke 23, mythologischer Figuren. Der böhmische Komponist Václav Pichl etwa widmete jeder der neun griechischen Musen, den Töchtern des Zeus und der Mnemosyne, eine Sinfonie. Jene in B-Dur ist mit Melpomene überschrieben und bezieht sich damit trotz ihres heiter-beschwingten Charakters auf die Muse der Tragödie und des Trauergesangs. Ähnlich verfuhr sein ungleich berühmterer Zeitgenosse Carl Ditters von Dittersdorf, der in den 1780er-Jahren zwölf Sinfonien nach Ovids Metamorphosen komponierte, darunter die hochexpressive Sinfonie F-Dur mit dem Titel Die Rettung der Andromeda durch Perseus, die ein veritables Oboenkonzert ist. Im zweiten Programmteil präsentiert die gefeierte Akademie für Alte Musik Berlin gemeinsam mit der bekannten Schauspielerin Meike Droste das selten gespielte, dabei unerhört mitreißende Melodram Medea von Georg Anton Benda, das die Geschichte der gleichnamigen mythologischen Frauengestalt erzählt, die, von schicksalhaften Erlebnissen gebrochen, zuletzt zur Mörderin wird.

Programme

Václav Pichl (1741–1805) 

Sinfonie (Melpomene) B-Dur, Z. 14 (vor 1775)


Carl Ditters von Dittersdorf (1739–1799)

Sinfonie (Die Rettung der Andromeda durch Perseus) F-Dur, Nr. 4 aus: Zwölf Sinfonien nach Ovids Metamorphosen, Kr. 76 (1781)


– Pause –


Georg Anton Benda (1722–1795)

Medea. Ein mit Musik vermischtes Drama, L. 477 (1775, rev. 1784)

Lineup

Meike Droste | Sprecherin

Xenia Löffler | Oboe

Akademie für Alte Musik Berlin