Von Jedermann bis Hollywood: Lars Eidinger ist einer der herausragenden Schauspieler seiner Generation. Im Rahmen des Brucknerfestes kommt er gemeinsam mit dem Schlagzeuger George Kranz in den Posthof, um Liebesgedichte von Thomas Brasch vorzutragen. »›Ich liebe dich‹ kann man / auf dreierlei Weise betonen. / Wie spricht man den Satz ohne Betonung?« Liebe ist für Thomas Brasch eine Haltung, die sich jeder Festlegung verweigert. Eine Haltung, die ihre Träume fürchtend und sehnend der Wirklichkeit aussetzt und das Mögliche in den Horizont des Unmöglichen stellt. Seine dichterische Leidenschaft hofft und verzweifelt, vertraut und betrügt, preist und vernichtet. »Eidinger zitiert, wird er gefragt, wie er seine Kunst lebt, oft Thomas Brasch«, so die Süddeutsche Zeitung. »›Mein Beruf heißt mich nicht verstecken, sondern öffentlich entdecken, mich zu finden, indem ich mich verliere, …‹ Brasch wie Eidinger scheinen in der gleichen paradoxen Situation: Sie stellen sich mit vollem Risiko, mit offenem Visier, mit ihren Wunden und ihrer traurigen Wut der Öffentlichkeit.«
Thomas Brasch // 1945–2001
Ausgewählte Gedichte
Lars Eidinger | Lesung
George Kranz | Schlagzeug