
ATTheENDLinz
Ein Projekt über Klang, Stadt und das, was bleibt
von Felix Breisach
ATTheENDLinz ist ein poetisch-musikalisches und zugleich experimentelles Erlebnis, das sich mit der Stadt Linz auseinandersetzt. Ein sinnliches Erlebnis von Klang, Raum, Empathie, Furcht, Zuversicht und Hoffnung.
Im Kollektiv der Realität in die Augen schauen
Sind wir am Ende angelangt? Die Linzer Klangwolke 26 meint diese Frage ernst. Krieg, Klimakrise, gesellschaftliche Spaltung: Das sind keine abstrakten Themen mehr. Es fühlt sich an wie ein Sturz mit dem Kopf voraus in die Katastrophe. Das macht nicht nur traurig, sondern tut regelrecht weh. Felix Breisach, Regisseur der heurigen Klangwolke, führt drastisch vor Augen, was jetzt nicht mehr reicht: das Wunschdenken, dass am Ende irgendwie schon alles gut werden wird.
ATTheENDLinz stellt sich dem Untergangsszenario mit offenen Augen. Müssen wir erst ganz nah am Abgrund stehen, um die Notbremse zu ziehen? Ein gutes Ende schreibt sich nicht von selbst. Was schaffen wir Menschen mit Resilienz, Lernfähigkeit und dem Glauben an uns selbst? Und wo, wenn nicht in Linz, kann dieser Neuanfang seinen Ausgang nehmen? Denn: In Linz beginnt’s, auch dann, wenn das Ende zum Anfang wird.

Bewusstseinsklangwolke
Die diesjährige Linzer Klangwolke schafft Bewusstsein: eine poetische Landschaft aus Musik, Sprache und Bildern, die das Publikum auf vielen Ebenen durchdringt.
Musikalisch spannt der Abend einen weiten Bogen: vom Linzer Komponisten Anton Bruckner über die Beatles bis zu eigens für ATTheENDLinz komponierter neuer Musik. Es musizieren das Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Markus Poschner, Bariton Rafael Fingerlos und die St. Florianer Sängerknaben. Die Komponistin Flora Marlene Geißelbrecht verwebt in einer Live-Performance gemeinsam mit dem Klangkünstler Arthur Fussy historische und zeitgenössische Klangwelten zu einem großen Ganzen.
Mit an Bord ist heuer auch die Autorin und Preisträgerin des Ingeborg-Bachmann-Preises Natascha Gangl. Ihre Texte ziehen sich neben der Musik wie ein zweiter Klangteppich durch den Abend. Über ihren Beitrag sagt Gangl: »Meine Appelle sind widerständige, lustvolle Sprechakte und immer auch selbst Musik. In ein Untergangsszenario gesetzt, können sie zum Versuch werden, ein Gegenüber zu erreichen. Sie können als Warnung, Aufforderung und Anrufung gehört werden. Sie können als poetische Form des Widerstands gegen das Verstummen verstanden werden.«

ATTheENDLinz nutzt die Mittel der Musik und der performativen Inszenierung, um eine kollektive Erfahrung zu schaffen: Was passiert in einer Stadt, wenn ihre Ordnung ins Wanken gerät? Zwischen orchestraler Wucht und intimen Momenten entfaltet sich ein Spannungsfeld, das bewusst Extreme zulässt: Schönheit und Zerstörung, Erinnerung und Vision, Hoffnung und Abgrund. Die Klangwolke wird dabei zum Resonanzraum einer Gesellschaft im Umbruch.
Die Linzer Klangwolke 26 wird heuer zu einer Klangwolkenwoche, mit vielen kostenlosen Programmpunkten, quer über die Stadt verteilt:
Von Montag, 7. bis Freitag, 11. September, zieht sich die Auseinandersetzung mit Ende und Neubeginn durch die ganze Stadt. Die Klangwolkenwoche bringt:
Samstag, 12. September, ab 20:30 Uhr: Die große Linzer Klangwolke ATTheENDLinz bildet den Höhepunkt und Abschluss.
Das vollständige Programm der Klangwolkenwoche finden Sie hier: Klangwolkenwoche
TASHEENO – Dance Music in einem ganz eigenen Stil. Ein offenes Genre-Crossover aus Dance, Dub und technoiden Grooves.
Direkt im Anschluss an die Linzer Klangwolke im Donaupark ab ca. 21:30 Uhr.
Eintritt frei!
| Künstlerisches Team der Linzer Klangwolke 26 ATTheENDLinz Felix Breisach | Regie Bruckner Orchester Linz & Markus Poschner |
»Die Linzer Klangwolke 26 ATTheENDLinz – die Welt im Umbruch – ein Beispiel!
Linz, die Stadt, die schon immer nach Zukunft roch und manchmal auch nach Stahl, bereitet sich vor: auf das große Finale, den letzten Takt, das sanfte Verklingen der Welt – selbstverständlich mit Kultur. Musik, Orchester, Bratsche, Elektronik, Klavier, Text, Gesang, Videokunst, Lightdesign, Sounddesign, Schiffe und Drohnen – ein Spektakel – nein – eine Annäherung – ja. Eine Fantasie ohne Moral, ohne Lösung, auch ohne Vorschlag, eine Motivation zum Nach- und Vor-Denken.
Künstler:innen wie die Komponistin Flora Geißelbrecht und der Komponist Arthur Fussy, die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Natascha Gangl, der Bariton Rafael Fingerlos, der Pianist, Dirigent und Komponist Marcus Merkel, das Bruckner Orchester Linz unter seinem Chefdirigenten Markus Poschner, die St. Florianer Sängerknaben reisen mit der Klangwolke 2026 in Begleitung von Anton Bruckner, Richard Strauss, Frank Martin und Kompositionen von Flora Geißelbrecht und Arthur Fussy in den Untergang. Der Text der österreichischen Autorin Natascha Gangl leitet mit Sprach- und Wortakrobatik durch den Abend.
Aufwendig gestaltete Videos und Animationen, KI-generierte Bilder geben ein Bild von Hoffnung, Zerstörung, Empathie, Gegenwart und Zukunft!«
Felix Breisach, Regisseur Linzer Klangwolke 26 ATTheENDLinz
