ensemble XXI. jahrhundert & Peter Burwik © Ben Fodor
Fr, 25. Nov 22
19:30 Mittlerer Saal Brucknerhaus Linz
100 Jahre
Internationale
Gesellschaft
für Neue Musik
vergangene Veranstaltung
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Jubiläumskonzert der IGNM-O.Ö./Linz mit dem ensemble XXI. jahrhundert unter Peter Burwik

Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) wurde am 11. August 1922 im Salzburger Café Bazar von den Österreichern Rudolf Réti und Egon Wellesz gegründet: Die Intention lautete, eine „Organisation jener zeitgenössischen Komponisten aller Länder zu errichten, die in ihrem Stil revolutionär, ja rebellisch ‚modern‘“ zu nennen waren – wie Réti dies formulierte. Aus einer Wiener Subkultur heraus erfolgte dieser Zusammenschluss, um entgegen den in Wien vorherrschenden konservativen Kräften jungen Komponist*nnen Aufführungsmöglichkeiten zu verschaffen. Namhafte Persönlichkeiten der Musikwelt zählten zu den Gründungsmitgliedern, darunter Anton von Webern, Béla Bartók, Paul Hindemith, Arthur Honegger, Zoltán Kodály und Darius Milhaud; telegraphisch verbunden mit ihnen waren etwa auch Alban Berg, Maurice Ravel, Arnold Schönberg und Igor Strawinski. Sie alle repräsentierten die komponierende Avantgarde. Als weitere Gründungsmitglieder sind Karl Weigl, Wilhelm Grosz, Ethel Smyth oder Hugo Kauder zu nennen.



Nach der informellen Gründung 1922 und der offiziellen Erhebung zum „Verein“ im Jahr 1926 wurde die IGNM in Österreich im März 1938 zwangsweise aufgelöst. Am 20. April 1945, noch vor Kriegsende, nahmen engagierte Mitglieder der Vereinigung ihre Tätigkeit wieder auf. Weltweit gesehen ist die IGNM heute ein bedeutendes Netzwerk von Mitgliedern in über 50 Ländern, das sich die Förderung und Präsentation zeitgenössischer Musik zum Ziel setzt. Die IGNM agiert auf regionaler wie internationaler Ebene und bringt Komponist*innen, Interpret*innen und Musikwissenschafter*innen in Kontakt zueinander.

Dem oberösterreichischen Komponisten Alfred Peschek (1929-2015) ist es zu verdanken, dass die IGNM 1988 auch eine Sektion in Oberösterreich einrichtete, deren erstes Konzert am 2. Dezember 1988 im Festsaal des Alten Rathauses in Linz stattfand. Mit vielen Veranstaltungen in ganz Oberösterreich setzte Pescheks Nachfolger Michael Hazod Akzente, ihm wird Jorge Gómez Elizondo nachfolgen.

Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre IGNM“ bringt das Brucknerhaus Linz am 25. November 2022 mit dem ensemble XXI. jahrhundert unter Peter Burwik ein Konzert mit Werken von IGNM-Gründungsmitgliedern. Ein 2021 dem Ensemble gewidmetes Stück von Johannes Maria Staud und eine Uraufführung von Bernhard Lang setzen Bezüge zur Gegenwart. Karin Wagner, die Biografin des IGNM-Gründungsmitglieds Hugo Kauder, wird den Abend miderieren.

Programm

Darius Milhaud (1892–1974)

Pastorale für Oboe, Klarinette und Fagott, op. 147 (1935)


Ethel Smyth (1858–1944)

Requies und After Sunset, Nr. 1 und 3 aus: Three Moods of the Sea für Singstimme und Klavier (1913)


Zoltán Kodály (1882–1967)

Sieben Klavierstücke, op. 11 (1910–18)


Anton von Webern (1883–1945)

Konzert für neun Instrumente, op. 24 (1931–34)


– Pause –

Bernhard Lang (* 1957)

GAME 13 for Linz für Ensemble (2022) [Uraufführung]


Béla Bartók (1881–1945)

Allegro barbaro für Klavier, Sz. 49 (1911, rev. 1929, 1936)


Hugo Kauder (1888–1972)

„Nächtliche Stunde“ und Verwandlung, Nr. 1 und Nr. 3 aus: Drei Lieder auf Texte von Karl Kraus (1923, 1926)


Johannes Maria Staud (* 1974)

Listen, Revolution (We’re buddies, see –) für Ensemble (2021)

Besetzung

Karin Wagner | Moderation

Tanja Elisa Glinsner | Mezzosopran

Le Liu | Klavier

Sylvia Kimiko Krutz| Klavier

ensemble XXI. jahrhundert

Peter Burwik | Dirigent