Oscar Jockel © Lucas Jockel
So 11 Sep 10:30
Grosser Saal Brucknerhaus Linz
Festakt

Anton Bruckner musste zeit seines Lebens Konzessionen machen und seine Werke immer wieder grundlegend überarbeiten, zu sehr widersprachen vor allem seine Sinfonien dem damals vorherrschenden Musikgeschmack. Noch bei der posthumen Uraufführung der unvollendet gebliebenen Sinfonie Nr. 9 d-moll im Jahre 1903 sah sich der Dirigent und Bruckner-Schüler Ferdinand Löwe genötigt, Kürzungen vorzunehmen und Dissonanzen abzumildern. Wie radikal der Finalsatz von Bruckner gedacht war, wie weit außerhalb der kompositorischen Tradition er steht, lassen die erhaltenen Quellen immerhin erahnen. Das Konzertprogramm des Festaktes bringt die selten aufgeführten Fragmente zu Gehör und zeigt anhand von Werken von Olivier Messiaen, Krzysztof Penderecki, György Kurtág und Klaus Lang, wie wichtig Bruckner als Bezugspunkt für die Musik des 20. Jahrhunderts war und bis in die Gegenwart hinein geblieben ist. Am Pult des Oberösterreichischen Jugendsinfonieorchesters steht der junge, bereits vielfach ausgezeichnete Dirigent und Komponist Oscar Jockel, der Dirigierassistent beim französischen Ensemble intercontemporain sowie seit Dezember 2021 auch von Kirill Petrenko ist und ab der Saison 2022/23 Stipendiat der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker sein wird.

Programm

Klaus Lang (* 1971)

Neues Werk für Orchester (2022) [Uraufführung]


György Kurtág (* 1926)

Stele für großes Orchester, op. 33 (1993–94)


Krzysztof Penderecki (1933–2020)

Als Jakob erwachte aus dem Schlaf, sah er, daß Gott dagewesen war. Er hat es aber nicht bemerkt für Orchester (1974)


Olivier Messiaen (1908–1992)

Les Offrandes oubliées. Méditation symphonique für Orchester (1930)


Anton Bruckner (1824–1896)

Auszüge aus dem fragmentarischen Finalsatz der Sinfonie Nr. 9 d-moll, WAB 109 (1895–96)

 

Besetzung

V.I.P. – Voices in Progress
Oberösterreichischer Landesjugendchor
Oberösterreichisches Jugendsinfonieorchester
Oscar Jockel 
| Dirigent