Manoj Kamps © Eric Stokloßa
So 13 Sep 10:30
Grosser Saal Brucknerhaus Linz
Festakt

Franz Liszt, Richard Wagner, Anton Bruckner und Johannes Brahms: Das musikalische Programm des Festaktes rückt die vier wohl wichtigsten Protagonisten des „Musikstreits“, der großen Fehde zwischen „Neudeutschen“ und „Traditionalisten“, in den Fokus. Zugleich bilden die ausgewählten Werke eine viersätzige, aus zwei gewichtigen Ecksätzen, einem langsamen Satz und einem Scherzo bestehende sinfonische Struktur.

Dem heiteren, unbeschwerten Charakter, der Bruckners menuettartiger Erstfassung des Scherzos seiner 1. Sinfonie und Brahms’ Akademischer Festouvertüre gemeinsam ist, die dieser 1880 anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde an ihn durch die Universität Breslau komponierte und selbstironisch „ein sehr lustiges Potpourri von Studentenliedern à la Suppé“ nannte, gehen mit der sinfonischen Dichtung des „Neutöners“ Liszt und Wagners Parsifal-Vorspiel zwei ungleich dramatischere Werke voraus.

Die spätere ideologische Vereinnahmung beider Stücke im Dritten Reich – das Trompetensignal aus Liszts Les Préludes erlangte als „Russland-Fanfare“, welche die Wehrmachtsberichte im Rundfunk einleitete, traurige Popularität – sorgt bei der Eröffnung des unter dem Motto „Kontroverse“ stehenden Brucknerfestes 2020 für eine zusätzliche historische Bedeutungsebene.

Programm

Franz Liszt (1811–1886)

Les Préludes. Symphonische Dichtung Nr. 3, S. 97 (1849–55)


Richard Wagner (1813–1883)

Vorspiel zum I. Akt des „Bühnenweihfestspiels“ Parsifal, WWV 111 (1857–82)


Anton Bruckner (1824–1896)

Scherzo g-moll, ältere Komposition des III. Satzes der Sinfonie Nr. 1 c-moll, WAB 101 (1865)


Johannes Brahms (1833–1897)

Akademische Festouvertüre c-moll, op. 80 (1880)

Besetzung

Fanny Hensel KonzertChor

Sigurd Hennemann | Chorleiter

Oberösterreichisches Jugendsinfonieorchester

Manoj Kamps | Dirigent