Marc Reibel © Csaba Grünfelder
Mi 24 Nov 19:30
Grosser Saal Brucknerhaus Linz
Herbstkonzert des
Linzer Konzertvereins
2021

Die Vorfreude ist bei allen Beteiligten groß. Daher ist das Herbstkonzert des Linzer Konzertvereins auch etwas ganz Besonderes, nämlich ein Orgelkonzert mit dem Wilheringer Organisten Ikarus Kaiser als Solisten.

Das erste Stück des Konzertes stammt von Eugéne Gigout, der im März 1844 in Nancy geboren wurde. Er verstarb im Dezember 1925 in Paris. Seine erste musikalische Ausbildung genoss er im Knabenchor der Kathedrale von Nancy. Mit dreizehn Jahren wurde er an der École Niedermeyer in Paris aufgenommen, wo er unter anderen von Camille Saint-Saens unterrichtet wurde. Nach erfolgreichem Abschluss blieb er als Lehrer an der Musikschule, ehe er 1863 zum Organisten der Pariser Pfarrkirche Saint-Augustin ernannt wurde. Als er 24 Jahre alt war, erhielt die Kirche eine große Orgel, die ihn zum Komponieren anregte und auf der er zahlreiche Konzerte gab. 1885 gründete er eine Schule für Improvisation, die er bis 1911 leitete, um dann die Nachfolge von Alexandre Guilmants am Pariser Konservatorium anzutreten.

Und da wären wir beim zweiten Komponisten des Konzertabends. Alexandre Guilmant 1837 in Boulogne-sur-Mer geboren, stellte die Orgel einem Orchester als gleichwertigen Partner gegenüber.

Von Robert Schumann erklingt die Ouvertüre zu Lord Byrons dramatischem Gedicht „Manfred“. Die gesamte „Manfred-Musik“, die im 19. Jahrhundert sehr viel Beifall errang, ist mit dem Gedicht eng verbunden. Doch dessen Weltschmerz und Gefühlszerrissenheit ist dem heutigen Publikum kaum zumutbar, so dass nur noch die Ouvertüre aufgeführt wird. Manfred fordert von den Geistern Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens und erleidet den Tod als Antwort und Erlösung.

Der Konzertabend schließt mit den „Enigma“-Variationen von Edward William Elgar, geboren 1857 in Broadheath bei Worcester. Für seine Kompositionen erhielt er das Ehendoktorat von sieben Universitäten, wurde 1924 geadelt und 1931 zum Baronet ernannt. Edward Elgar gab seiner Variationsfolge nach eigenen Angaben den Titel „Enigma“ (Rätsel), weil im variierten Thema eine zweite Melodie verborgen sei, die allerdings nie gefunden wurde. Die Variationen sind als Porträts von Freunden Elgars gedacht. Sie beginnen mit seiner Frau Caroline Alice und enden mit ihm selbst.

Programm

Eugène Gigout (1844-1925)

Grand Choeur Dialogue (für Orgel und Blechbläser)

Félix-Alexandre Guilmant (1837-1911) 

Sinfonie Nr. 1 für Orgel und Orchester, Op. 42

Robert Schumann (1810-1856)

Ouvertüre „Manfred“ op. 115

Edward Elgar (1857-1934)

Enigma-Variationen op. 36

 

Besetzung

Linzer Konzertverein

Marc Reibel | Dirigent

Ikarus Kaiser | Solist (Orgel)