John Malkovich | The Infernal Comedy © Nathalie Bauer
Do 4 Aug 19:30
Grosser Saal Brucknerhaus Linz
John Malkovich:
The Infernal
Comedy

The Infernal Comedy – Confessions of a serial killer

Hollywood-Star John Malkovich präsentiert in der Rolle von Jack Unterweger dessen post mortem geschriebene, also fiktive Autobiographie, in der er erstmalig die angebliche ganze Wahrheit über das Leben und Sterben des Serienmörders erzählt. Zwei Sopranistinnen schlüpfen dazu in die Gestalten der Frauen seines Lebens und interpretieren Arien von Vivaldi, Mozart, Haydn und Weber, die allesamt Liebe und Gewalt zum Thema haben. 

Ein Musiktheaterprojekt für einen Darsteller, zwei Sopranistinnen und Barockorchester.

Wenn ein toter Serienmörder auf die Bühne zurückkehrt, um seine Autobiographie in einer öffentlichen Lesung vorzustellen, wird man kaum mit einer Komödie rechnen. Was aber soll man überhaupt erwarten von einem Frauenmörder-Stück für einen Schauspieler, zwei Sopranistinnen und Barockorchester? The Infernal Comedy ist eine musikalische Theateradaption der Ereignisse rund um den Psychopathen Jack Unterweger. Vage Ahnungen schlagen sofort eine konkrete Richtung ein, wenn man erfährt, dass John Malkovich die Rolle des Jack spielt, der die Bekenntnisse eines Serienmörders ablegt. Man erwartet das Unerwartete. Einen Bösewicht der übelsten Sorte wollte Hollywoodstar John Malkovich schon immer einmal darstellen – in diesem Projekt hat er dazu reichlich Gelegenheit.

Nach dem weltweiten Erfolg (die Uraufführung fand am 1. Juli 2009 in Wien statt, weitere Spielorte waren unter anderem die Opéra national de Paris, die Ruhrfestspiele Recklinghausen, das Ravello Festival, Toronto und Québec) kehrt die Produktion endlich wieder nach Österreich zurück.

Der Fall "Jack Unterweger" erregte nicht nur in Österreich die Gemüter und ist ein Musterbeispiel für gescheiterte Resozialisierungsmaßnahmen: Unterweger war 1976 wegen Mordes im Drogenrausch verurteilt worden, man entließ ihn aber wegen seiner von intellektuellen Kreisen höchst akklamierten literarischen Versuche als quasi „Vorzeigefall“/begann in der Haft zu schreiben, wurde als „Häfenliterat“ bekannt und 1990 früh/vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, nachdem sich vor allem die österreichische Kulturszene für seine Freilassung eingesetzt hatte. Danach ermordete er neun Prostituierte in Österreich, Tschechien und Kalifornien. Am 29. Juni 1994, unmittelbar nach dem Schuldspruch, erhängte sich Unterweger in seiner Gefängniszelle in Graz.

 

Besetzung

John Malkovich | Schauspiel

Chen Reiss  | Sopran

Susanne Langbein  | Sopran

Orchester Wiener Akademie

Martin Haselböck | Leitung

Michael Sturminger | Text & Regie