Alina Pogostkina © Nikolaj Lund
So 8 Okt 11:00
Grosser Saal Brucknerhaus Linz
Martin Haselböck &
Orchester Wiener Akademie

Sinfonisches Selbstbewusstsein

Schwer lastet die kompositorische Tradition auf den Tonarten c-Moll und d-Moll. Ausgehend von Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 5 c-moll steht erstere für ein nahezu unerreichbares und dennoch immer wieder angestrebtes Ideal auf dem Gebiet der Sinfonik, was nicht zuletzt die Tatsache zeigt, dass sowohl Felix Mendelssohn Bartholdy als auch Johannes Brahms und Anton Bruckner ihre Sinfonie Nr. 1 in c-Moll komponierten – Bruckner schrieb sogar drei Sinfonien in dieser Tonart, ebenso viele wie in d-Moll. Umso höher ist die bewundernswerte Courage der Komponistinnen Louise Farrenc und Emilie Mayer einzuschätzen, die sich in den 1840er-Jahren mit ihrer jeweils ersten Sinfonie auf das verminte Terrain des c-Moll begaben. Auch die schwedische Komponistin und Violinistin Amanda Röntgen-Maier, die 1872 als erste Frau überhaupt ein Diplom der Königlichen Musikakademie in Stockholm erhielt, scheute mit ihrem dramatisch-virtuosen Violinkonzert d-moll den Vergleich mit den Werken ihrer berühmten männlichen Kollegen nicht.

Gemeinsam mit der herausragenden russisch-deutschen Geigerin Alina Pogostkina bringt das Orchester Wiener Akademie unter der Leitung von Martin Haselböck diese eindrücklichen Zeugnisse sinfonischen Selbstbewusstseins zum Klingen.

Programm

Emilie Mayer (1812–1883)

Sinfonie Nr. 1 c-moll (1845–46)


Amanda Röntgen-Maier (1853–1894) 

Konzert d-moll für Violine und Orchester (1874–75)


– Pause –


Louise Farrenc (1804–1875)

Sinfonie Nr. 1 c-moll, op. 32 (1841)

Besetzung

Alina Pogostkina | Violine 

Orchester Wiener Akademie

Martin Haselböck | Dirigent