Mauro Peter © Christian Felber
Di 15 Sep 19:30
Mittlerer Saal Brucknerhaus Linz
Mauro Peter &
Helmut Deutsch
vergangene Veranstaltung
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In der Nachfolge des Ahnherrn Franz Schubert wurde die Gattung des Klavierliedes über die Parteigrenzen des „Musikstreits“ hinweg von praktisch allen KomponistInnen gepflegt. Franz Liszt, der Begründer der „Fortschrittspartei“, schrieb ebenso Lieder wie Richard Strauss, ein „Neudeutscher“ der jüngeren Generation, und sogar von Anton Bruckner existieren ein gutes Dutzend entsprechender Werke. Ihnen stehen im Programm des jungen Schweizer Tenors Mauro Peter und seines musikalischen Partners Helmut Deutsch als Vertreter der „Konservativen“ drei Komponisten aus Brahms’ Freundeskreis gegenüber, deren Werke im Brucknerhaus bisher nicht zu hören waren.

Albert Dietrich wurde noch von Robert Schumann gefördert und entscheidend geprägt, der ihn 1853 einen der „hochaufstrebenden Künstler der jüngsten Zeit“ nannte und ihm, wie auch Brahms, eines seiner Werke widmete. Über Friedrich Gernsheim, der seit 1868 eng mit Brahms befreundet war, heißt es in der Biographie von Karl Holl, „seine Mission“ sei „die eines meisterlichen Bewahrers und Vermittlers von persönlicher Prägung“ gewesen. In Heinrich von Herzogenberg schließlich, den er 1863/64 kennengelernt hatte, erkannte Brahms einen Geistesverwandten: „Wir sind die gleichen schweren Wege mit gleichem, gutem Ernst gegangen.“

Programm

Franz Liszt (1811–1886)

„Vergiftet sind meine Lieder“, S. 289/1 (1843)

„Es rauschen die Winde“, S. 294/2 (1849?)

„Im Rhein, im schönen Strome“, S. 272/2 (1855)

„Freudvoll und leidvoll“, S. 280a (1848?)

„Freudvoll und leidvoll“, S. 280/2 (1849)


Anton Bruckner (1824–1896)

Im April, WAB 75 (vor 1865)

Herbstkummer, WAB 72 (1864)

Mein Herz und deine Stimme, WAB 79 (1868)


Albert Dietrich (1829–1908) 

Widmung, aus: Liederkreis, op. 1, Nr. 1 (1851)

Nachtbild, aus: Liederkreis, op. 1, Nr. 2 (1851)

Die alte Linde, aus: Liederkreis, op. 1, Nr. 4 (1851)

„Wenn du zu den Blumen gehst“, aus: Fünf Lieder aus dem Spanischen, op. 7, Nr. 5 (1855)

Heinrich von Herzogenberg (1843–1900)       

In der Frühe, aus: Fünf Lieder, op. 30, Nr. 5 (1881)

Treue, aus: Elegische Gesänge, op. 91, Nr. 2 (1893)

Die Nachtigallen, aus: Elegische Gesänge, op. 91, Nr. 3 (1893)

Der Vögel Abschiedslied, aus: Elegische Gesänge, op. 91, Nr. 6 (1893)


– Pause –


Friedrich Gernsheim (1839–1916)         

„Ich fühle deinen Odem“, aus: Fünf Lieder, op. 19, Nr. 1 (1871)

„Allnächtlich im Traume seh’ ich dich“, aus: Sechs Lieder, op. 3, Nr. 4 (1865)

Lied, aus: Fünf Lieder, op. 19, Nr. 3 (1871)

An den Sturmwind, aus: Sechs Lieder, op. 14, Nr. 6 (1869)

„Es war ein alter König“, aus: Sechs Lieder, op. 14, Nr. 4 (1869)

Im Frühling, aus: Sechs Lieder, op. 14, Nr. 1 (1869) 

„Sie sah den Liebsten schweigend an“, aus: Fünf Lieder, op. 19, Nr. 4 (1871)

„Nicht mit Engeln im blauen Himmelszelt“, aus: Sechs Lieder, op. 3, Nr. 2 (1865)


Richard Strauss (1864–1949)

Heimliche Aufforderung, aus: Vier Lieder, op. 27, Nr. 3 (1894)

Traum durch die Dämmerung, aus: Drei Lieder, op. 29, Nr. 1 (1895)

Ständchen, aus: Sechs Lieder, op. 17, Nr. 2 (1886)

Nachtgang, aus: Drei Lieder, op. 29, Nr. 3 (1895)

Freundliche Vision, aus: Fünf Lieder, op. 48, Nr. 1 (1900)

„Wie sollten wir geheim sie halten“, aus: Sechs Lieder aus „Lotosblätter“, op. 19, Nr. 4 (1888)

Besetzung

Mauro Peter | Tenor

Helmut Deutsch | Klavier


18:00 Uhr | Vernissage zur Ausstellung Bruckner kontrovers mit Arbeiten von Peter Androsch im Foyer Mittlerer Saal und im Mittleren Saal. Die Ausstellung ist bis einschließlich 8. Oktober geöffnet. Der Eintritt ist frei.