Quatuor Diotima © Lyodoh Kaneko
Fr 2 Juni 19:30
Mittlerer Saal Brucknerhaus Linz
Quatuor Diotima

Aus Tradition Zukunft

Auf den Tag genau 43 Jahre nach seiner Uraufführung widmet sich das renommierte Quatuor Diotima einem legendären Meisterwerk der musikalischen Avantgarde: Luigi Nonos Fragmente – Stille, An Diotima. Textfragmente aus Gedichten Friedrich Hölderlins, aus dessen Roman Hyperion die auf den antiken griechischen Philosophen Platon zurückgehende Figur der Diotima stammt, sind dessen Partitur ebenso eingeschrieben wie ‚Zitate‘ aus der Musikgeschichte, etwa die auf den langsamen Satz von Ludwig van Beethovens Streichquartett Nr. 15 verweisende Vortragsanweisung „mit innigster Empfindung“, die Scala enigmatica, eine Rätseltonleiter, die Giuseppe Verdi seinem Ave Maria zugrunde legte, und die Melodie der franko-flämischen Chanson „Malheur me bat“ aus dem 15. Jahrhundert. Da die sorgsam im komponierten Notentext versteckten Bezüge nie wirklich als solche hörbar werden, gibt das Stück sein Geheimnis nicht preis. Ob Oscar Jockel das Rätsel um Diotima in seinem neuen, die von Nono ‚zitierten‘ Werke miteinander verbindenden Quartett lösen wird?

Programm

Johannes Ockeghem (um 1420/25–1497), Albertijne Malcourt († vor Ende 1519) oder Johannes Martini (um 1430/40–1497)

„Malheur me bat“. Chanson (um 1475?)


Ludwig van Beethoven (1770–1827)

Heiliger Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart, III. Satz aus: Streichquartett Nr. 15 a-moll, op. 132 (1825)


Giuseppe Verdi (1813–1901)

Ave Maria, aus: Quattro pezzi sacri, Nr. 1 (1889, rev. 1897)


Oscar Jockel (* 1995)

Neues Werk für Streichquartett (2022–23) [Uraufführung]


– Pause –


Luigi Nono (1924–1990)

Fragmente – Stille, An Diotima für Streichquartett (1979–80)

Besetzung

Quatuor Diotima

Yun-Peng Zhao | Violine

Léo Marillier | Violine

Franck Chevalier | Viola

Pierre Morlet | Violoncello

Konzerteinführung

18:30 Uhr: Einführung (für Konzertbesucher*innen bei freiem Eintritt)