Es gibt jene, die ihr Handwerk bis an die äußerste Grenze der Perfektion vollenden. Und dann gibt es jene, die es wagen, diese Grenzen sogar zu verschieben. Einer dieser Wenigen ist Cameron Carpenter. In seiner Bearbeitung von Johann Sebastian Bachs ›Goldberg-Variationen‹, einem der populärsten und komplexesten Werke für Tasteninstrumente überhaupt, dekonstruiert, intensiviert, transzendiert er das scheinbar Bekannte, fliegt virtuos zwischen den Manualen und tanzt leichtfüßig auf dem Pedal: »[Das Werk] ist die Essenz von musikalischer Perfektion«, so Carpenter, »und erinnert uns [...] an unsere Unvollkommenheit und Sterblichkeit.« Perfektion verlangtauch Leo Sowerbys Pageant, ein im Wortsinne des Titels eindrucksvolles Schauspiel, mit beiden über die Pedale fliegenden Füßen in der Hauptrolle. Weitaus ruhiger, dafür umso farbenprächtiger steht dem Claude Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune gegenüber, ehe Carpenter zum Abschluss des Programms mit einer Improvisation über Themen Anton Bruckners dem Namensgeber des Festivals seine Reverenz erweist.
Johann Sebastian Bach // 1685–1750
›Goldberg-Variationen‹. Aria mit verschiedenen Veränderungen BWV 988 // 1741
[Arrangement für Orgel von Cameron Carpenter]
// Pause //
Leo Sowerby // 1895–1968
Pageant // 1931
Claude Debussy // 1862–1918
Prélude à l’après-midi d’un faune L. 86 / 1891–94
[Arrangement für Orgel von Cameron Carpenter]
Cameron Carpenter // * 1981
Improvisation über Themen Anton Bruckners
Cameron Carpenter | Orgel
Für Konzertbesucher:innen findet um 18:45 Uhr (bei freiem Eintritt) eine Konzerteinführung im Mittleren Saal statt.