Sir András Schiff © Birgitta Kowsky
Di 17 Sep 19:30
Grosser Saal Brucknerhaus Linz
Sir András Schiff

Nachdem Beethoven der Klaviersonate an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert die Dimension des Dramatischen erschlossen hatte, führte er sie mit seiner 1805 veröffentlichten „Waldstein“- Sonate in neue, dezidiert sinfonische Gefilde. Erste Keime der hier gewagten formensprengenden Klangsprache finden sich dabei schon in der 1801 vollendeten 12. Klaviersonate, in deren drittem Satz, einem gravitätischen Marcia funebre sulla morte d’un eroe (Trauermarsch auf den Tod eines Helden), die revolutionäre „Eroica“-Sinfonie bereits ihre Schatten vorauswirft.

Auch Robert Schumann löste sich in seiner 1. Klaviersonate von den Konventionen der Gattung und bettete in dem dualistisch zwischen den Gemütern seiner „Doppelnatur“ Florestan und Eusebius changierenden Werk Elemente der Tanzmusik in einen dichten, die von Beethoven erschlossenen Klangdimensionen ausschreitenden Klaviersatz ein. In seiner Fantasie C-Dur vereinen sich die sinfonischen Sonatenformen beider Komponisten schließlich zu einem „Obolus auf Beethovens Denkmal“, so der ursprünglich von Schumann vorgesehene Titel. Während der dritte Satz ein Zitat aus dem Allegretto von Beethovens 7. Sinfonie enthält, findet sich eine Melodie aus dessen Liederzyklus An die ferne Geliebte im Epilog des Kopfsatzes wieder.

Programm

Ludwig van Beethoven (1770–1827)

Klaviersonate Nr. 12 As-Dur, op. 26 (1800–01)


Robert Schumann (1810–1856)

Klaviersonate Nr. 1 fis-moll,op. 11 (1833–35)


– Pause –


Robert Schumann

Fantasie C-Dur, op. 17 (1836–38)


Ludwig van Beethoven

Klaviersonate Nr. 21 („Waldstein“) C-Dur, op. 53 (1803–04)

Besetzung

Sir András Schiff | Klavier